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Anhaltender Poker um das schwarze Gold: Wie Donald Trump Chinas Öl-Strategie sprengt

3 Min.
Anhaltender Poker um das schwarze Gold: Wie Donald Trump Chinas Öl-Strategie sprengt

Lange Zeit lief es für die kommunistische Führung in Beijing wie geschmiert. Während der Westen Sanktionen gegen „Paria-Staaten“ wie den Iran, Venezuela oder Russland verhängte, rieb man sich in China genüsslich die Hände. Der pfiffige Plan: Wenn sonst niemand kauft, diktieren wir den Preis. Doch damit scheint jetzt Schluss zu sein. Mit einer Mischung aus militärischer Härte und knallharter Geopolitik hat US-Präsident Donald Trump das chinesische „Discount-Modell“ für Energie pulverisiert.

China hat in den letzten Jahren ein gigantisches Imperium aus Schattenflotten und geheimen Deals aufgebaut. Das Ziel? Billiges Öl. Die „Geiz-ist-geil“-Strategie der Supermacht aus dem Fernen Osten ging dabei auf, denn allein im Jahr 2024 sparte China schätzungsweise zwölf bis 15 Milliarden Dollar, indem es sanktioniertes Öl weit unter Marktpreis kaufte.

Auf- und ausgebaut wurde damit nicht nur die chinesische Volkswirtschaft, die von der billigen Energie massiv profitierte, sondern auch die strategische Ölreserve des Landes. Bis Anfang 2026 hortete die Volksrepublik satte 1,2 Milliarden Barrel in ihrer strategischen Reserve. Das ist genug, um das Land über 100 Tage lang autark zu versorgen.

Donald Trump spielt einmal mehr den bösen Buben

Doch die Rechnung der Chinesen wurde ohne den Wirt im Weißen Haus gemacht. Durch die jüngsten US-Interventionen in Venezuela und die militärische Eskalation im Iran ist die „Schattenflotte“, die diese Deals abwickelte, so gut wie manövrierunfähig. Brent Sadler von der Heritage Foundation bringt das Dilemma der Regierung in Beijing auf den Punkt: China ist vom Profiteur zum Bittsteller geworden. Über 20 Prozent der chinesischen Ölimporte stammen aus Quellen, die nun entweder versiegen oder plötzlich zum vollen Marktpreis bezahlt werden müssen.

Besonders pikant: Der Iran, eigentlich ein Verbündeter Beijings, versuchte die Straße von Hormus zu blockieren. Das gefiel den Machthabern im Reich der Mitte ganz und gar nicht, denn die Seeverbindung ist auch die Lebensader für Chinas Energiehunger. Was als strategische Partnerschaft gegen den Westen begann, endete im diplomatischen Zoff: Beijing forderte Teheran ultimativ auf, den Seeweg wieder freizugeben. Selbst bei „besten Freunden“ hört der Spaß offenbar auf, wenn die Fabriken in Schanghai stillzustehen drohen.

Donald Trump nutzt diese Verwundbarkeit nun als massiven Hebel für den anstehenden Gipfel mit Staats- und Parteichef Xi Jinping im Mai. Die Botschaft aus Washington ist klar: „Ihr wollt Öl? Ihr könnt es haben – aber zu unseren Bedingungen und zum Weltmarktpreis.“ Der US-Präsident bot China bereits an, venezolanisches Öl zu kaufen, das nun unter strenger US-Aufsicht exportiert wird. Es ist der klassische „Art of the Deal“-Move: Erst den Gegner in die Enge treiben und ihm dann die Lösung verkaufen, die man selbst kontrolliert.

Chinas Rabatt-Gutschein ist abgelaufen

Zu allem Überfluss hat die Ukraine im März und April mit ihren Angriffen auf die russischen Ölhafen an der Ostseeküste in Primorsk und Ust Luga und im Schwarzen Meer dafür gesorgt, dass auch Wladimir Putins Schattenflotte nicht mehr mit Öl beladen werden kann. Damit versiegt auch diese billige Ölquelle aus China und es verbleibt nur noch das billige russische Pipelineöl, das über Sibirien ins Reich der Mitte geliefert wird.

Für Xi Jinping ist die Lage damit durchaus brenzlig, denn die chinesische Wirtschaft ist auf ausländisches Öl angewiesen wie ein Marathonläufer auf Sauerstoff. Ohne die massiven Preisnachlässe aus dem Iran und Russland gerät das Wachstumsmodell des Landes ins Wanken und auch der weitere Aufbau der nationalen Ölreserve gerät ins Stocken.

Wenn sich die beiden Präsidenten nächsten Monat gegenübersitzen, geht es um weit mehr als nur Zölle auf Elektroautos. Es geht auch um Seltene Erden, Silber und Öl und diskutiert wird die Frage, wer den Hahn zudreht und wer bereit ist, den Preis für die neue Weltordnung zu zahlen.

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