Ein Kursrutsch von zehn Prozent nach neuen Expansionsplänen von SpaceX auf der einen Seite, eine Hochstufung mit 82 Prozent Kurspotenzial auf der anderen: Bei AST SpaceMobile (NASDAQ: ASTS) klaffen Marktreaktion und fundamentale Analyse derzeit weit auseinander. Während der Markt einen verschärften Wettbewerb durch Elon Musks Raumfahrtkonzern einpreiste, stufte die Deutsche Bank das Papier am 12. Oktober 2026 von „Hold“ auf „Buy“ hoch und setzte das Kursziel auf 93 US-Dollar. Nach Ansicht von Analyst Bryan Kraft preist der Markt die operative Satelliteninfrastruktur des Unternehmens aktuell nahezu mit null ein.
Deutsche Bank sieht AST SpaceMobile vor asymmetrischer Neubewertung
Die Heraufstufung stützt sich auf eine fundamentale Aufspaltung der Vermögenswerte: Nach Berechnungen der Deutschen Bank deckt allein der Marktwert des für AST SpaceMobile zugänglichen Frequenzspektrums fast den gesamten Unternehmenswert (Enterprise Value) ab. Der verbleibende Restwert beläuft sich auf lediglich rund zehn US-Dollar je Aktie, womit das künftige operative Direct-to-Device-Netzwerk an der Börse kaum reflektiert wird.
Die wichtigsten Treiber für das prognostizierte Kurspotenzial im Überblick:
- Unterbewertetes Frequenzspektrum: Die nutzbaren Frequenzrechte untermauern den Großteil des aktuellen Börsenwerts und begrenzen das fundamentale Abwärtsrisiko.
- Strategische Neutralität: Als unabhängige Plattform konkurriert AST SpaceMobile nicht mit klassischen Telekomkonzernen, sondern bindet diese als Partner ein.
- Operative Meilensteine: Die anstehenden Starts weiterer BlueBird-Satelliten, laufende Tests für Regierungskunden und Fördermittel aus Japan bieten kurzfristige Katalysatoren.
- Breite Wall-Street-Unterstützung: Mit dem Ziel von 93 US-Dollar positioniert sich die Deutsche Bank an der Spitze der Analysten, gestützt von bestehenden Kaufempfehlungen durch Cantor Fitzgerald (90 US-Dollar) und UBS.
- SpaceX-Vorstoß treibt traditionelle Netzbetreiber zu neutralen Plattformen
Auslöser des vorangegangenen Kursrückschlags war die Ankündigung von SpaceX, ein nationales Frequenzpaket zu übernehmen. Was die Börse zunächst als Bedrohung interpretierte, wertet die Deutsche Bank als strategischen Beschleuniger. Da SpaceX mit seinen Mobilfunkambitionen zunehmend als direkter Konkurrent der etablierten Mobilfunker auftritt, wächst für Netzbetreiber wie AT&T, Verizon oder potenziell auch T-Mobile der Anreiz, sich an einen neutralen Anbieter zu binden, statt die eigene Kundenschnittstelle an einen Rivalen abzugeben.
Der Wettbewerb um satellitengestützte Breitbanddienste verlagert sich damit auf die Frage der geschäftlichen Unabhängigkeit. Gelingt es AST SpaceMobile, seine nächsten kommerziellen BlueBird-Einheiten wie geplant in den Orbit zu bringen, könnte sich der jüngste Kursrücksetzer nach einem Minus von über 26 Prozent seit Jahresbeginn als Wendepunkt für die Bewertung erweisen.
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