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Der größte asymmetrische Trade des Jahrzehnts: Warum diese Rohstoff-Legende eine historische Chance sieht

3 Min.
Der größte asymmetrische Trade des Jahrzehnts: Warum diese Rohstoff-Legende eine historische Chance sieht

Während die Finanzwelt in den vergangenen Jahren fast schon blind auf Künstliche Intelligenz und Technologiewerte gesetzt hat, wurde das eigentliche Fundament dieser Entwicklung weitgehend ignoriert: die physischen Rohstoffe. Für Jeff Currie – Executive Co-Chairman von Abaxx Markets, Senior Advisor bei Carlyle und ehemaliger Goldman-Sachs-Forschungsleiter – ist die Sachlage klar. Er sieht im breiten Rohstoffsektor aktuell die lukrativste asymmetrische Chance der globalen Finanzmärkte. Obwohl Gold und Silber momentan unter Druck stehen, zähle der Rohstoffmarkt schon heute zu den am besten performenden Anlageklassen dieses Jahrzehnts.

Strukturelles Defizit: Die Warnsignale der Realwirtschaft

Bereits im Jahr 2020 warnte Currie, so berichtete zuerst KitcoNews, erstmals vor einem anrollenden Rohstoff-Superzyklus. Heute haben sich die fundamentalen Schieflagen weiter verschärft. Während große Teile des Finanzmarktes die Situation noch immer unterschätzen, schlagen die Akteure der physischen Märkte längst Alarm: Es mangelt an Investitionen, Lagerbestände schrumpfen, Raffinerien und Minen schließen.

Der aktuelle Konflikt mit dem Iran, der den Ölpreis jüngst wieder über die Marke von 100 US-Dollar pro Barrel katapultierte, ist für Currie nur die sichtbare Spitze des Eisbergs. Das strukturelle Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage reiche weit über den Energiesektor hinaus und werde den breiten Rohstoffmarkt weiter antreiben.

Gold und Silber: Kurzfristiger Schmerz vor dem nächsten Mega-Run?

Trotz seines übergeordneten Optimismus mahnt Currie bei den Edelmetallen kurzfristig zur Vorsicht. Seine Begründung ist ebenso ungewöhnlich wie schlüssig: Die Kombination aus hohen Energiepreisen, gestiegener Inflation und wachsendem Finanzierungsdruck in den Schwellenländern zwingt Staaten dazu, ihre Goldreserven zu monetarisieren.

Ein prominentes Beispiel ist die Türkei, deren Zentralbank rund 120 Tonnen Gold verkaufte, um die heimische Lira zu stützen und Energieimporte zu bezahlen. Wenn traditionelle strukturelle Käufer aus dem Zentralbankensektor plötzlich als Verkäufer auftreten, bricht temporär ein wichtiger Stützpfeiler weg. In diesem von Liquiditätszwängen dominierten Umfeld hält Currie einen Rücksetzer des Goldpreises auf 4.000 US-Dollar je Unze für möglich – bevor das Edelmetall die Trendwende einleitet und langfristig massiv in Richtung der 10.000-US-Dollar-Marke laufen könnte.

Zinsängste belasten – doch die physische Realität siegt

Der derzeitige Druck auf die Edelmetalle wird durch das Zinsumfeld verstärkt. Die geopolitisch getriebenen Ölpreise heizen die Inflationserwartungen an. Laut dem CME FedWatch Tool preist der Markt mittlerweile eine 50/50-Chance für eine Zinserhöhung bis Dezember ein – noch vor einem Monat lag diese Wahrscheinlichkeit bei gerade einmal 1 %. Für zinslose Anlagen wie Gold und Silber steigen damit die Opportunitätskosten, was von zusätzlicher Volatilität und Liquiditätsbedarf am Markt flankiert wird.

Für Curries übergeordnete Rohstoff-These ändert das jedoch nichts. Er sieht den Superzyklus weiterhin in einer frühen Phase. Ob Öl, Metalle oder Agrarrohstoffe – sie alle teilen dasselbe fundamentale Defizit. Sein entscheidendes Argument: Im Gegensatz zu Finanzvermögen lassen sich physische Moleküle, Tonnen und Bushel nicht beliebig vermehren. Für strategische Investoren lautet die klare Botschaft daher: Die eigentliche Aufwärtsbewegung bei den Rohstoffen steht uns erst noch bevor.

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