EcoGraf (WKN A2PW0M / ASX EGR) schiebt die Entwicklung seines Epanko-Graphitprojekts in Tansania auf einer zweiten, oft weniger sichtbaren Ebene voran: Neben der Projektfinanzierung und den technischen Vorbereitungen rückt nun auch die soziale Infrastruktur rund um den Minenstandort stärker in den Fokus. Denn das australische Unternehmen hat einen Antrag auf Kofinanzierung bei DEG Impulse vorangebracht, um eine Reihe von Gemeinde- und Entwicklungsmaßnahmen für Epanko umzusetzen. Damit verbindet EcoGraf den Aufbau der ersten Projektphase mit konkreten Initiativen für Umsiedlung, Bildung, Gesundheit und lokale Wertschöpfung.
Der Antrag wurde im Rahmen des Programms develoPPP eingereicht. DEG Impulse ist eine Tochter der deutschen Entwicklungsfinanzierungsinstitution DEG und Teil der KfW-Gruppe. Das Förderprogramm wird vom deutschen Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung getragen und soll privatwirtschaftliche Projekte unterstützen, die nachhaltige soziale und ökologische Wirkungen entfalten. Für EcoGraf ist dieser Schritt deshalb relevant, weil das Unternehmen damit die Entwicklungsagenda rund um Epanko enger mit international unterstützten Standards für Gemeinwesenarbeit verknüpft.
Vorausgegangen war dem Antrag ein erstes Treffen mit DEG Impulse in Frankfurt. Inzwischen fanden weitere Gespräche direkt am Epanko-Standort in Tansania statt. Dort traf Daniel Thomann, Director Support Programmes bei DEG Impulse, mit wichtigen Mitgliedern des tansanischen Teams von EcoGraf zusammen. Im Rahmen des Besuchs wurden zentrale Entwicklungsbereiche der ersten Ausbaustufe des Projekts besichtigt und laufende sowie geplante Maßnahmen zur Unterstützung der lokalen Gemeinden im Detail überprüft.
EcoGraf verknüpft Epanko mit einem breiten Gemeindeprogramm
Für EcoGraf ist die Kofinanzierung nicht als isolierte Einzelmaßnahme gedacht, sondern als Baustein einer umfassenderen Strategie rund um das Epanko-Projekt. Die erste Projektstufe ist auf eine Kapazität von 73.000 Tonnen Graphitkonzentrat pro Jahr ausgelegt. Parallel zur technischen Entwicklung der Mine und der Aufbereitung will das Unternehmen die sozialen Rahmenbedingungen in der Region mit ausbauen.
Der Förderantrag umfasst deshalb mehrere Felder. Ein Schwerpunkt liegt auf der Entwicklung eines Umsiedlungsdorfs, einschließlich der Versorgung mit Trinkwasser, Wasseraufbereitung und Solarsystemen für die dort vorgesehenen Häuser. Hinzu kommen Investitionen in Bildungsinfrastruktur wie Schulen, Sanitäranlagen, Unterkünfte für Lehrkräfte und weitere Modernisierungen. Auch ein Gesundheitszentrum für die Gemeinde ist Teil des Konzepts, ergänzt um Personalunterkünfte und sanitäre Infrastruktur.
Darüber hinaus plant EcoGraf Programme, die über reine Bauvorhaben hinausgehen. Dazu zählen berufliche Ausbildungs- und Qualifizierungsangebote, die sowohl mit der Wiederherstellung von Lebensgrundlagen als auch mit der Entwicklung einer künftigen lokalen Minenbelegschaft verknüpft sind. Ebenfalls vorgesehen sind Maßnahmen für lokale Unternehmensentwicklung, Einrichtungen für Abfall- und Recyclingmanagement, Programme zur Aufzucht einheimischer Pflanzen sowie Initiativen zur Wiederherstellung von Umweltflächen.
Diese Maßnahmen sind nach Angaben des Unternehmens mit dem Resettlement Action Plan, kurz RAP, und der allgemeinen Gemeindestrategie des Projekts abgestimmt. Für EcoGraf bedeutet das, dass die geplante Projektentwicklung nicht nur unter dem Aspekt von Produktion und Finanzierung betrachtet wird, sondern auch unter dem Blickwinkel sozialer und ökologischer Begleitstrukturen.
Epanko bleibt der Kern von EcoGrafs Graphitstrategie
Die jetzt vorangetriebene Förderung durch DEG Impulse steht selbstverständlich nicht losgelöst von der größeren Finanzierungsarchitektur für Epanko da. EcoGraf hatte bereits zuvor die KfW IPEX-Bank mandatiert, eine vorrangig besicherte Kreditfazilität von bis zu 105 Millionen US-Dollar für das Epanko-Projekt zu arrangieren. Diese Finanzierung soll im Rahmen des deutschen UFK-Programms für ungebundene Finanzkredite strukturiert werden.
Vor diesem Hintergrund gewinnt der develoPPP-Antrag zusätzliche Bedeutung. Während die angestrebte Fremdfinanzierung unter Führung der KfW IPEX-Bank den Bau und die Projektumsetzung in der ersten Ausbaustufe absichern soll, zielt die Kofinanzierung über DEG Impulse auf die flankierenden Entwicklungsmaßnahmen im Umfeld des Projekts. Für EcoGraf ergänzt sich beides zu einem Gesamtbild, in dem industrielle Projektentwicklung und regionale Entwicklungsarbeit parallel vorangetrieben werden.
Gerade für ein Graphitprojekt wie Epanko ist dieser Zusammenhang zentral. Der Standort in Tansania soll nicht nur als Rohstoffquelle fungieren, sondern als Ausgangspunkt für eine größere Wertschöpfungsstrategie des Unternehmens. Entsprechend wichtig ist es für EcoGraf, dass die soziale und infrastrukturelle Grundlage rund um das Projekt mitwächst. Die nun vertieften Gespräche mit DEG Impulse zeigen, dass dieser Teil der Projektentwicklung zunehmend konkretisiert wird.
EcoGraf steuert auf den nächsten Entscheidungspunkt zu
Aktuell befindet sich EcoGraf nach eigenen Angaben in der Schlussphase der Vorbereitung seines develoPPP-Antrags. Der vorgeschlagene Projektstart ist auf den 1. Juli 2026 datiert, vorbehaltlich der Genehmigung der Förderung. Damit nähert sich das Unternehmen einem weiteren operativen Meilenstein für Epanko, auch wenn die endgültige Bewilligung noch aussteht.
Die jüngsten Treffen in Tansania deuten darauf hin, dass der Antrag nicht nur auf dem Papier vorbereitet wird, sondern bereits eng mit der Situation vor Ort verknüpft ist. Die Besichtigung der für die Phase 1 relevanten Entwicklungsbereiche sowie die Prüfung laufender und geplanter Gemeindeinitiativen zeigen, dass EcoGraf die Voraussetzungen für die erste Projektphase auf mehreren Ebenen vorbereitet.
Im Ergebnis wird deutlich, dass Epanko für EcoGraf nicht nur ein Graphitprojekt mit technischer und finanzieller Dimension ist. Mit dem DEG-Impulse-Antrag rückt stärker in den Vordergrund, wie das Unternehmen die Projektentwicklung mit konkreten sozialen und ökologischen Maßnahmen in der Region verbinden will. Für den weiteren Verlauf des Jahres dürfte damit nicht nur die Finanzierung des Projekts, sondern auch die Bewilligung und Umsetzung dieser flankierenden Entwicklungsprogramme ein wichtiger Aspekt der Epanko-Entwicklung bleiben.
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