In jeder Lithium-Ionen-Batterie steckt mehr Graphit als Lithium, Nickel und Kobalt zusammen. Und bei kaum einem anderen Batterierohstoff ist Europa so abhängig von China. EcoGraf Limited will genau diese Lücke schließen – mit einer Mine in Tansania, mit Abnehmern in Deutschland und mit einer Reinigungstechnologie, die ohne Flusssäure auskommt. Am 22. September sprechen wir live mit dem Management. Und ihr könnt Fragen stellen.
Der Zeitpunkt ist gut gewählt. EcoGraf (ASX: EGR, FSE: FMK) steht bei seinem Kernprojekt Epanko unmittelbar vor der Entscheidungsphase: Die Fremdkapitalfinanzierung ist weit fortgeschritten, die unabhängige technische Prüfung abgeschlossen, die Abnahmeseite hat sich in den vergangenen Monaten spürbar verbreitert. Was jetzt noch fehlt, ist der finale Abschluss der Finanzierung – und damit der Startschuss für den Bau.
Über genau diese offenen Punkte sprechen wir mit Andrew Spinks, Managing Director von EcoGraf, und John Ciganek, General Manager Corporate Development.
Ein Bergbauprojekt mit deutscher Handschrift
Epanko liegt im Südwesten Tansanias, EcoGraf hält 84 Prozent an dem Vorhaben. Die im Februar überarbeitete Machbarkeitsstudie weist einen Nettobarwert vor Steuern von 516 Millionen US-Dollar und eine interne Verzinsung von 31,1 Prozent aus. Geplant ist eine Produktion von 73.000 Tonnen Graphitkonzentrat pro Jahr über die ersten 15 Betriebsjahre. Den Baukosten von rund 181 Millionen US-Dollar stehen weitere 18 Millionen für den Umsiedlungs- und Entschädigungsplan gegenüber.
Bemerkenswert ist, wer dieses Projekt finanziert. Die KfW IPEX-Bank strukturiert eine vorrangig besicherte Kreditfazilität von bis zu 105 Millionen US-Dollar – abgesichert über das UFK-Programm des Bundes, mit dem Deutschland gezielt die Versorgung mit kritischen Rohstoffen absichert. Eine positive Vorprüfung durch den interministeriellen Ausschuss liegt bereits vor. Flankiert wird das Ganze von einem Zuschuss der Europäischen Investitionsbank über zwei Millionen Euro sowie einer geplanten Kofinanzierung durch DEG Impulse, eine Tochter der zur KfW-Gruppe gehörenden DEG, für Schulen, Gesundheitszentren und Solaranlagen im Projektumfeld.
Letzteres ist keine Nebensache, sondern Voraussetzung: Erst wenn die Sozial- und Umweltstandards der Weltbank-Gruppe erfüllt sind, kann der Kredit fließen. Für Anleger heißt das: Der Fortschritt bei den Gemeindeprogrammen ist ein direkter Indikator für den Zeitplan der Finanzierung.
Die Abnehmer stehen bereits an
Ein Entwicklungsprojekt lebt davon, dass jemand die Produktion kaufen will. Hier hat EcoGraf in den vergangenen Monaten geliefert. Mit thyssenkrupp besteht eine Vereinbarung über 20.000 Tonnen jährlich. Im August kam ein bindendes Term Sheet mit einem großen deutschen Graphithändler hinzu, das über zehn Jahre läuft und die zugesagte Menge nach fünf Jahren auf 40.000 Tonnen pro Jahr verdoppelt. Damit sind allein in Europa 40.000 Tonnen jährlich vertraglich adressiert – ein erheblicher Teil der geplanten Erstproduktion. Die Preise orientieren sich an Marktreferenzen, enthalten aber Mindestpreisschutz und werden nach Flockengröße und Kohlenstoffgehalt differenziert.
Parallel dazu hat EcoGraf eine Absichtserklärung mit Mitsubishi Chemical unterzeichnet, was den Zugang zum asiatischen Anodenmarkt öffnen könnte.
HFfree® – der zweite Hebel
Neben der Mine verfolgt EcoGraf einen Downstream-Ansatz. Natürliches Flockengraphit muss für den Einsatz in Batterien auf Reinheiten jenseits von 99,95 Prozent gebracht werden. Der industrielle Standard dafür läuft heute überwiegend über Flusssäure – hochwirksam, aber ökologisch heikel und in westlichen Rechtsräumen genehmigungsintensiv.
EcoGrafs patentiertes HFfree®-Verfahren kommt ohne Flusssäure aus. Für eine geplante Anlage in den USA mit 25.000 Tonnen Jahreskapazität nennt das Unternehmen einen Nettobarwert nach dem Zehn-Prozent-Ansatz von 282 Millionen US-Dollar bei einer internen Verzinsung von 42 Prozent. Ob und wie schnell sich diese Rechnung in Verträge übersetzen lässt, ist eine der Fragen, die wir im Webinar stellen werden.
Rückenwind kommt dabei von unerwarteter Seite: Chinas Exportkontrollen für Graphit und Anodenmaterialien haben die Verhandlungsposition von Projekten außerhalb Chinas spürbar verbessert. Batteriehersteller und Automobilkonzerne suchen inzwischen aktiv nach zweiten Quellen.
Kurze Präsentation, viel Zeit für eure Fragen
Wir halten den Vortragsteil bewusst knapp. Nach 10 bis 15 Minuten Präsentation durch das Management geht es direkt ins offene Q&A. Zuerst stellen wir die Fragen, die vorab bei der Anmeldung eingereicht wurden, anschließend nehmen wir laufend Fragen aus dem Live-Chat auf.
Auf der Themenliste stehen unter anderem: Wann genau rechnet das Management mit dem Financial Close und dem Baubeginn? Welche Bedingungen sind für die KfW-Fazilität noch offen? Wie verbindlich sind die europäischen Abnahmemengen tatsächlich? Wie soll der verbleibende Kapitalbedarf gedeckt werden – und was bedeutet das für bestehende Aktionäre? Und wie weit ist die Vermarktung der HFfree®-Technologie gediehen?
Wenn ihr eine eigene Frage habt: Bei der Anmeldung könnt ihr sie direkt hinterlegen. Vorab eingereichte Fragen kommen zuerst dran – das lohnt sich also auch dann, wenn ihr live nicht dabei sein könnt.
Die Eckdaten
Das Webinar findet am Dienstag, 22. September 2026, um 12:15 Uhr (MESZ) statt und dauert rund eine Stunde. Übertragen wird live über YouTube. Das Gespräch mit dem Management wird auf Englisch geführt, Moderation und Einordnung übernehmen wir auf Deutsch – Fragen könnt ihr in beiden Sprachen stellen.
Die Teilnahme ist kostenlos. Nach der Anmeldung erhaltet ihr den Zugangslink und rechtzeitig vor Beginn eine Erinnerung. Eine Aufzeichnung stellen wir im Anschluss auf unserem YouTube-Kanal bereit.
Lieber ohne Anmeldung? Hier geht es direkt zum YouTube-Stream.