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Gold: Australien stellt Exportrekord von 60 Mrd. USD in Aussicht

4 Min.
Gold: Australien stellt Exportrekord von 60 Mrd. USD in Aussicht

Australien rechnet damit, dass Gold in den kommenden Jahren noch stärker zum Rückgrat der Exportwirtschaft wird. Wie aus der September-Ausgabe 2025 des „Resources and Energy Quarterly“ (DISR) hervorgeht, sollen die Erlöse aus Goldexporten im Finanzjahr 2025/26 einen Rekordwert von 60 Mrd. US-Dollar erreichen – nach 47 Mrd. USD im Jahr 2024/25. Für 2026/27 prognostiziert die Behörde 59 Mrd. USD. Treiber sind anhaltend hohe Goldpreise und steigende Ausfuhren. Der robuste Goldbeitrag soll zugleich schwächere Erlöse in anderen Bereichen, etwa bei LNG, teilweise kompensieren.

Gold stärkt die Exportbilanz – trotz Gegenwind in anderen Rohstoffen

Im Detail geht das DISR davon aus, dass der Goldsektor in den kommenden zwei Jahren sowohl über Preis- als auch über Mengenimpulse wächst. Die Behörde verweist auf bereits rekordnahe Goldpreise und auf Prognosen, wonach diese tendenziell weiter anziehen könnten. Parallel werden höhere Exportvolumina erwartet. Zusammen ergibt sich daraus der in Aussicht gestellte Sprung auf 60 Mrd. USD im Finanzjahr 2025/26 und eine leichte Normalisierung auf 59 Mrd. USD 2026/27. Für das abgelaufene Jahr 2024/25 weist die Statistik 47 Mrd. USD aus – ein bereits hoher Vergleichswert, der die Bedeutung von Gold im australischen Rohstoffmix unterstreicht.

Die Ministerin für Ressourcen und Nordaustralien, Madeleine King, betonte laut Bericht die Widerstandskraft des Sektors im Umfeld einer schwächeren Weltkonjunktur. Gold und sogenannte kritische Mineralien nähmen dabei eine zunehmend wichtige Rolle ein. Für Beobachter ist damit klar: Neben klassischen Schwergewichten wie Eisenerz hat Gold seine Stellung als verlässlicher Devisenbringer weiter gefestigt – mit Relevanz für Förderer, Raffinerien und Handel gleichermaßen.

Rohstoffmix im Überblick: Eisenerz führt, Kupfer und Lithium gefragt, LNG schwächelt

Trotz der starken Entwicklung bei Gold bleibt Eisenerz die Nummer eins unter Australiens Rohstoffexporten. Das DISR erwartet hier weiter hohe Ausfuhrmengen in Richtung Asien, rechnet aber mit nachgebenden Preisen. Auch die Nachfrage nach Kupfer sowie nach kritischen Mineralien wie Lithium soll robust bleiben – ein Hinweis auf die anhaltende Bedeutung der Elektrifizierung und des Technologiesektors für den Rohstoffbedarf.

Auf der Gesamtebene prognostiziert das Ministerium für 2025/26 Exporterlöse der Ressourcen- und Energiebranche von 369 Mrd. USD, nach 385 Mrd. USD im Vorjahr. Für 2026/27 wird ein weiterer Rückgang auf 354 Mrd. USD veranschlagt. Als Belastungsfaktor nennt der Bericht insbesondere unter den Annahmen liegende Preise für LNG. Vor diesem Hintergrund kommt Gold eine stabilisierende Funktion zu: Hohe Goldpreise und zunehmende Liefermengen wirken dämpfend auf die gesamtsektoralen Rückgänge.

Für die Märkte bedeutet dieser Mix: Während zyklische Rohstoffe wie Eisenerz stärker von der Konjunktur abhängen, weist Gold – traditionell auch als Wertspeicher betrachtet – aktuell eine eigenständige Dynamik auf. Darauf reagieren entlang der Wertschöpfungskette nicht nur ASX-gelistete Produzenten, sondern auch Dienstleister, Ausrüster und Logistiker, die vom Exportgeschäft abhängen.

Fiskalische Dimension: Bergbau bleibt größter Zahler in der Steuerstatistik

Die wirtschaftliche Spurenlage spiegelt sich auch in den öffentlichen Haushalten wider. Laut einem Transparenzbericht der australischen Steuerbehörde (ATO) entrichtete die Bergbauindustrie im Finanzjahr 2023/24 rund 65 Mrd. USD an Unternehmenssteuern und Abgaben – und damit mehr als alle anderen Branchen zusammen. Dies gilt demnach bereits das dritte Jahr in Folge, obwohl niedrigere Preise in einigen Rohstoffen die Profitabilität belasteten und geopolitische Unsicherheiten zunahmen.

In Westaustralien, dem Zentrum vieler Gold-, Eisenerz- und Lithium-Projekte, meldete die Chamber of Minerals and Energy (CME), dass ihre Mitgliedsunternehmen mehr als 37 Mrd. USD an Unternehmenssteuer und Petroleum Resource Rent Tax leisteten. Das entspricht 38,4 % der von Großunternehmen erhobenen entsprechenden Zahlungen. Die Zahlen unterstreichen die makroökonomische Bedeutung des Sektors – Gold eingeschlossen – für Beschäftigung, Investitionen und Fiskuserträge.

Was die Gold-Prognose für Australien bedeutet

Für Australien deuten die Prognosen auf eine Phase hin, in der Gold als verlässlicher Exportpfeiler dient. Hohe Goldpreise und zusätzliche Fördermengen dürften das Land dabei unterstützen, konjunktur- und preisbedingte Einbußen in anderen Rohstoffzweigen abzufedern. Gleichzeitig bleibt die Abhängigkeit vom globalen Umfeld bestehen: Wechselkurse, Nachfrageimpulse aus Asien sowie der Verlauf der Geldpolitik in den großen Wirtschaftsblöcken beeinflussen sowohl Preisniveaus als auch Investitionsentscheidungen im Rohstoffsektor.

Für den operativen Alltag der Branche ergeben sich Schwerpunkte bei Effizienz, Genehmigungen und Lieferketten. Das betrifft Goldminen ebenso wie Anlagen zur Weiterverarbeitung. Infrastruktur- und Energiefragen – von Stromkosten bis zu Dekarbonisierungszielen – bleiben zentrale Stellgrößen für Kostenstrukturen und Wettbewerbsfähigkeit.

Unabhängig von kurzfristigen Schwankungen senden die aktuellen Daten ein klares Signal: Gold behauptet sich im australischen Exportkorb als gewichtiger Faktor. Das entlastet die gesamtwirtschaftliche Bilanz in einer Phase, in der Teile des Rohstoffspektrums – etwa LNG – unter Druck stehen, während andere wie Kupfer und Lithium weiter von langfristigen Strukturtrends getragen werden. Für die kommenden Haushaltsjahre rechnet die Regierung daher mit stabil hohen Beiträgen aus dem Goldgeschäft – ein Befund, der die strategische Rolle des Metalls in Australien erneut bestätigt.

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