Der Goldpreis setzt seine Erholung zu Wochenbeginn fort. Die Aussicht auf ein Friedensabkommen zwischen den USA und Iran drückt den Ölpreis unter 80 US-Dollar je Barrel und entschärft damit die Inflations- und Zinssorgen. Trotz der kräftigen Gegenbewegung bleibt das technische Bild jedoch angeschlagen.
Friedenshoffnung entlastet über sinkende Ölpreise
Die USA und Iran planen, ihr Friedensabkommen am Freitag zu unterzeichnen. Für den Goldpreis ist der daraus resultierende Preisrutsch am Ölmarkt derzeit der entscheidende Treiber, der sogar den dämpfenden Effekt der nachlassenden geopolitischen Unsicherheit überlagert. Sinkende Energiekosten reduzieren den Inflationsdruck und mindern das Risiko weiterer Zinsschritte.
Gold hat sich inzwischen deutlich von seinem jüngsten Tief bei rund 4.000 US-Dollar je Unze gelöst. Analysten mahnen jedoch zur Vorsicht: Bis zur tatsächlichen Unterzeichnung bleiben politische Risiken bestehen. Ein Scheitern der Vereinbarung könnte die 4.000-Dollar-Marke rasch wieder in den Fokus rücken.
Zudem bleibt die Ölversorgung strukturell angespannt. Da viele Regierungen zur Preisstabilisierung während des Konflikts stark auf ihre strategischen Lagerbestände zurückgegriffen haben, fehlt es nun an Puffern. Der Ölmarkt dürfte daher empfindlich auf neue Ausfälle reagieren, was Inflations- und Zinssorgen schnell wieder anheizen könnte.
Charttechnik: Wichtige Widerstände voraus
Mit der erfolgreichen Verteidigung der 4.000-Dollar-Marke hat Gold eine erste Hürde genommen. Für eine deutliche Stabilisierung muss der Preis jedoch den 200-Tage-Durchschnitt bei etwa 4.450 US-Dollar zurückerobern. Darüber wartet die 50-Tage-Linie bei rund 4.581 US-Dollar. Als entscheidendes Signal für eine länger anhaltende Aufwärtsbewegung gilt der Ausbruch über das Zwischenhoch vom 12. Mai bei 4.773 US-Dollar.
Fokus auf die Fed-Sitzung
Fundamental richtet sich der Blick auf die erste Zinssitzung der US-Notenbank unter dem neuen Vorsitzenden Kevin Warsh. Zwar rechnet der Markt weiterhin mit einer möglichen Zinserhöhung bis spätestens Anfang 2027. Sollte Warsh jedoch signalisieren, dass die Fed das Friedensabkommen als preisdämpfend wertet und über die aktuelle Inflation hinwegsieht, würde dies zinssensitive Anlagen wie Gold stark entlasten.
Vorerst begrenzen die hohen realen Renditen das Kurspotenzial des Edelmetalls. Die aktuelle Erholung von gut 3 Prozent unterstreicht die hohe Sensibilität für Energiepreise und Zinserwartungen. Ob daraus eine echte Trendwende entsteht, hängt nun von der erfolgreichen Vertragsunterzeichnung, der Beruhigung am Ölmarkt und den anstehenden Signalen der Federal Reserve ab.
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