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Gold stürzt weiter ab: Zinsangst schlägt sicheren Hafen

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Gold stürzt weiter ab: Zinsangst schlägt sicheren Hafen

Der Goldpreis verlor am gestrigen Mittwoch über drei Prozent. Anstatt als sicherer Hafen von der militärischen Eskalation zwischen den USA und Iran zu profitieren, geriet das Edelmetall unter Druck. Denn der Markt wertet den Konflikt im Nahen Osten derzeit primär als inflationären Impuls mit direkten Folgen für die US-Geldpolitik.

Während militärische Auseinandersetzungen im Nahen Osten traditionell die Goldnachfrage ankurbeln, überwiegt aktuell der Effekt auf den Energiemarkt. Auf amerikanische Militärschläge im Umfeld der Straße von Hormus reagierte Iran mit Gegenangriffen auf US-Stützpunkte. In der Folge stiegen die Rohölpreise weiter an, was den allgemeinen Preisdruck anheizt. Anstatt auf Zinssenkungen spekuliert der Markt nun auf eine restriktivere Geldpolitik der Federal Reserve. Da steigende Zinsen die Opportunitätskosten für das zinslose Gold erhöhen, überlagert dieser Aspekt das klassische Fluchtmotiv.

Gold: Erwartung einer US-Zinserhöhung noch dieses Jahr belastet

Die Erwartungshaltung hat sich spürbar gedreht: Für den Dezember wird mittlerweile eine Zinserhöhungswahrscheinlichkeit von knapp 67 Prozent eingepreist. Zwar fielen die jüngsten US-Verbraucherpreisdaten mit einem Anstieg der Kernrate um 0,2 Prozent im Mai moderater aus als im Vormonat, an der restriktiven Grundtendenz änderte dies jedoch wenig. Besondere Aufmerksamkeit gilt nun dem US-Erzeugerpreisindex, da sich höhere Energiekosten dort besonders frühzeitig niederschlagen.

Technisch hat der Preisrückgang das Chartbild eingetrübt, da Gold seine seit Ende März etablierte Handelsspanne nach unten verlassen hat. Der Schlusskurs nahe dem Tagestief signalisiert eine anhaltende kurzfristige Schwäche.

Strukturelle Stützpfeiler für Gold intakt

Ungeachtet dieser zinsgetriebenen Konsolidierung bleiben die strukturellen Stützpfeiler für das Edelmetall intakt. Langfristig wirken die kontinuierlichen Goldkäufe der Zentralbanken, die wachsende globale Staatsverschuldung sowie Bedenken hinsichtlich der Währungsstabilität weiterhin als robuste fundamentale Basis, sind sich viele Beobachter einig. Die Inflation entfaltet somit eine Doppelwirkung: Während sie kurzfristig über das Zinsszenario belastet, festigt sie langfristig die Funktion von Gold als monetären Vermögenswert.

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