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Gold: Warum Banken trotz 14 % Kursrutsch ein 6.000-Dollar-Ziel anvisieren

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Gold: Warum Banken trotz 14 % Kursrutsch ein 6.000-Dollar-Ziel anvisieren

Der Goldmarkt liefert Anlegern derzeit einen echten Stresstest: Seit Ausbruch des US-Iran-Krieges Ende Februar hat der Spotpreis rund 14 % eingebüßt. Ölpreisschocks, neu entfachte Inflationsängste und ein starker US-Dollar setzen dem Edelmetall massiv zu. Doch während das kurzfristige Kapital abfließt, wittern Großbanken wie JPMorgan mittelfristig weiterhin Einstiegschancen.

Toxisches Makro-Umfeld bremst Investoren aus

Der steile Anstieg der Ölpreise hat die Hoffnungen auf rasche Zinssenkungen der US-Notenbank vorerst zunichte gemacht. Für Gold ist die Kombination aus hartnäckiger Inflation, steigenden Anleiherenditen und einem robusten Dollar starker Gegenwind.

Das spiegeln auch die Marktdaten wider: Das Kaufinteresse institutioneller Investoren ist fast vollständig versiegt. Die aggregierten Open-Interest- und Volumendaten bei COMEX-Gold-Futures sind schwach, ETF-Zuflüsse stagnieren und die Netto-Positionierung spekulativen Kapitals („Managed Money“) verharrt auf niedrigem Niveau. Es fließt schlichtweg zu wenig frisches Kapital in den Markt.

Analysten passen an – aber der Trend bleibt intakt

Auf diesen kurzfristigen Käuferstreik haben erste Großbanken nun reagiert. JPMorgan senkte am Sonntag seine durchschnittliche Goldpreis-Prognose für 2026 von 5.708 auf 5.243 US-Dollar je Unze. Kurz zuvor hatte bereits ANZ ihr Jahresendziel auf 5.600 US-Dollar nach unten korrigiert.

Bemerkenswert ist jedoch nicht die Anpassung selbst, sondern das, was unangetastet bleibt: Die fundamentale Langfrist-Einschätzung.

Das 6.000-Dollar-Szenario für 2026

Trotz der aktuellen Delle hält JPMorgan für das Ende des Jahres 2026 an einem Kursziel im Bereich von 6.000 US-Dollar fest. Das Kalkül der Analysten: Sobald der geopolitisch getriebene Energieschock abebbt und sich die Inflationsdaten stabilisieren, wird der geldpolitische Druck nachlassen.

Trifft dieses Szenario ein – voraussichtlich ab der zweiten Jahreshälfte 2026 –, ist der Weg für eine doppelte Nachfragewelle frei: Institutionelle Anleger werden in den Markt zurückkehren, während gleichzeitig die Zentralbanken ihre Goldakkumulation wieder forcieren dürften.

Fazit: Der Goldmarkt durchläuft eine schmerzhafte, aber logische Übergangsphase. Die jüngsten Prognosesenkungen ändern lediglich den zeitlichen Verlauf, nicht aber die grundsätzliche Richtung. Wer die aktuellen makroökonomischen Turbulenzen aushält, positioniert sich für den nächsten großen Nachfragezyklus.

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