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Goldpreis: Analysten erwartet Erholung auf fast 4.800 US-Dollar

2 Min.
Goldpreis: Analysten erwartet Erholung auf fast 4.800 US-Dollar

Trotz eines drastischen Preisrutsches von 26 Prozent während des Iran-Konflikts sieht Barclays den langfristigen Aufwärtstrend bei Gold intakt. Die britische Bank führt den jüngsten Einbruch auf temporäre Marktkräfte zurück, während strukturelle Preistreiber wie Inflation und Zentralbankkäufe bestehen bleiben.

Temporäre Faktoren überlagern Krisenfunktion

Zwischen Januar und Juni verlor Gold massiv an Wert – ein ungewöhnliches Muster, da geopolitische Krisen die Nachfrage nach sicheren Häfen normalerweise ankurbeln. Laut dem Cross-Asset-Research-Team von Barclays wurde diese Funktion jedoch von massiven makroökonomischen Gegenwinden überlagert. Ein starker US-Dollar und steigende Realzinsen belasteten das Edelmetall schwer, da der Markt zuvor eingepreiste Leitzinssenkungen der US-Notenbank rasch wieder auspreiste. Gleichzeitig band die Rallye an den Aktienmärkten, befeuert durch einen Anstieg des S&P 500 um rund zehn Prozent, beträchtliches Risikokapital.

Diese Faktoren erklären laut Barclays jedoch nur einen Teil des Preisverfalls. Die größte Abwärtsdynamik entstand durch die massive Auflösung gehebelter Goldpositionen, die durch zeitgleiche Verkäufe der russischen und türkischen Zentralbanken noch beschleunigt wurde. Anleger orientierten sich an höheren Renditen, wodurch kurzfristige Kapitalbewegungen die Preise diktierten.

Strukturelle Treiber rechtfertigen Aufschlag

Die Analysten stufen diese Belastungen jedoch als vorübergehend ein. Mit der absehbaren Entspannung im Nahen Osten dürften die fundamentalen Preistreiber wieder die Oberhand gewinnen. Dazu zählen anhaltender Inflationsdruck, geldpolitische Unsicherheiten und die fortgesetzte Diversifizierung der staatlichen Währungsreserven. Barclays quantifiziert diesen Effekt deutlich: Jeder zusätzliche Prozentpunkt Inflation steigert den Goldpreis historisch um rund fünf Prozent.

Die Bank taxiert den fairen Wert des Edelmetalls aktuell auf 4.150 US-Dollar je Unze und geht von einer baldigen Gegenbewegung aus. Voraussetzung dafür ist, dass der US-Dollar seinen längerfristigen Abwärtstrend wieder aufnimmt und die Zentralbanken zu kontinuierlichen Goldkäufen zurückkehren.

Prognose bestätigt: Profiteure im Minensektor

Entsprechend hält Barclays an seinen ehrgeizigen Kurszielen fest: Für 2026 rechnet das Institut mit einem Goldpreis von 4.791 US-Dollar je Unze, bis Ende 2027 soll er auf 4.900 US-Dollar steigen. Allerdings schließt die Bank kurzfristige Preisschwankungen bis zur endgültigen Trendwende nicht aus.

Von diesem bullischen Szenario dürften nach Einschätzung der Analysten vor allem etablierte Goldproduzenten wie Endeavour, Hochschild, Fresnillo, Newmont und Agnico Eagle profitieren. Für den Sektor bleibt nun entscheidend, ob sich die erwartete Goldpreiserholung auch zügig in höheren Gewinnmargen niederschlägt.

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