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Goldpreis korrigiert scharf – doch Analysten sehen weiterhin große Chancen

4 Min.
Goldpreis korrigiert scharf – doch Analysten sehen weiterhin große Chancen

Die Entwicklung des Goldpreises im März hat viele Anleger überrascht, da das Edelmetall trotz geopolitischer Eskalationen deutliche Preisrückgänge verzeichnete. Laut Imaru Casanova, Portfoliomanagerin bei VanEck, ist ein solches scheinbar kontraintuitives Verhalten in Krisenzeiten jedoch nicht ungewöhnlich. Ähnliche Muster von anfänglichen Kurseinbrüchen, die durch Liquiditätsbedarf, steigende Zinsen und einen starken US-Dollar ausgelöst wurden, ließen sich bereits zu Beginn der Finanzkrise 2008, beim Ausbruch der Pandemie 2020 sowie nach dem Einmarsch Russlands in die Ukraine im Jahr 2022 beobachten. Damals sorgten Ölpreise von über 100 Dollar pro Barrel für höhere Zinsen und einen starken Dollar, woraufhin Gold nach einer kurzen Rallye um etwa 18 Prozent fiel.

Auch das erste Quartal dieses Jahres war von massiver Volatilität geprägt. Nachdem Gold am 29. Januar ein Allzeithoch von 5.595 US-Dollar pro Unze erreicht hatte, rutschten die Preise im Februar zunächst wieder unter die Marke von 5.000 Dollar. Ein Konflikt zwischen den USA, Israel und dem Iran sorgte Anfang März für einen kurzen Preisanstieg auf über 5.400 Dollar, wobei am 2. März das Monatshoch von 5.418 Dollar markiert wurde. Daraufhin setzte ein heftiger Ausverkauf ein. Der Goldpreis fiel am 23. März um 1.319 Dollar auf ein Monatstief von 4.099 Dollar und beendete den Monat schließlich bei 4.668,06 Dollar. Dies entspricht einem monatlichen Verlust von 611 Dollar oder 11,6 Prozent. Trotz dieses Rückschlags notierte Gold zum Monatsende immer noch 349 Dollar beziehungsweise 8,0 Prozent über dem Stand zu Jahresbeginn.

Hohe Ölpreise und Inflationssorgen belasten Gold

Belastet wurde das Edelmetall zuletzt durch höhere Ölpreise, die Inflationssorgen schürten und in der Folge zu steigenden Zinssätzen sowie einem restriktiveren Ausblick der Federal Reserve führten. Gleichzeitig nutzten Anleger das hohe Preisniveau für Gewinnmitnahmen, was sich in starken Abflüssen aus Goldbarren-ETFs zur Liquiditätsbeschaffung zeigte. Auch die Aktivitäten der Zentralbanken waren Schwankungen unterworfen. Während die Türkei im März Gold zur Stützung der eigenen Währung verkaufte, meldete der World Gold Council anhaltende Käufe von Ländern wie Indonesien, Guatemala und Malaysia. Der langfristige Trend zur Diversifizierung der Währungsreserven weg vom US-Dollar bleibt somit bestehen.

Die Goldminenaktien blieben von der jüngsten Preisentwicklung nicht verschont. Der MarketVector Global Gold Miners Index (MVGDXTR) gab im März um 21,4 Prozent nach, liegt im bisherigen Jahresverlauf jedoch noch mit 5,3 Prozent im Plus. Imaru Casanova betont, dass die Fundamentaldaten der Minenbetreiber bei Preisen im Bereich von 4.000 Dollar äußerst solide bleiben. Die Unternehmen würden weiterhin hohe Margen, die Wachstumsinvestitionen, Aktienrückkäufe und Dividenden stützen, erwirtschaften. Nach Berechnungen der Scotiabank liegen die durchschnittlichen All-in Sustaining Costs (AISC) bei 1.867 Dollar pro Unze. Selbst die Vollkosten, die unter anderem Steuern, Zinsen und Explorationsausgaben beinhalten, schätzt die Bank auf moderate 3.525 Dollar pro Unze.

Diese hohe Profitabilität ermöglicht es den Bergbauunternehmen, wieder verstärkt in die Zukunft zu investieren. Laut S&P Global erreichten die Explorationsausgaben an Minenstandorten im Jahr 2025 ein Rekordhoch und stiegen um 45 Prozent, während die gesamten Explorationsbudgets um 11 Prozent kletterten. Selbst das Risiko steigender Ölpreise ist für die Minenbetreiber handhabbar. Zwar macht Kraftstoff etwa 7 Prozent der AISC aus, und eine Verdoppelung des Ölpreises könnte die Kosten ohne Absicherung um 10 bis 20 Prozent in die Höhe treiben. In der Praxis sichern die Unternehmen diese Risiken jedoch ab. Ein Beispiel hierfür ist Kinross Gold Corp., das zum 31. März 2026 einen Anteil von 4,31 Prozent am Nettovermögen der Strategie ausmachte. Unter Berücksichtigung von Absicherungen weist Kinross lediglich eine Sensitivität von etwa 3 Dollar pro Unze für jede Schwankung des Ölpreises um 10 Dollar pro Barrel auf.

Imaru Casanova schließt daraus, dass die langfristigen Aussichten für Gold intakt bleiben. Sobald der aktuelle Konflikt abklingt und die Volatilität nachlässt, werden die strukturellen Treiber – wie hohe US-Defizite, die globale De-Dollarisierung und mögliche Risiken für das Wirtschaftswachstum – wieder in den Vordergrund rücken und das Edelmetall weiter stützen, ist sie der Ansicht.

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