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Goldpreis vor nachhaltiger Trendwende? 200-Tage-Linie wird zum Schlüssel

2 Min.
Goldpreis vor nachhaltiger Trendwende? 200-Tage-Linie wird zum Schlüssel

Nach einem viertägigen Ausverkauf um über 400 US-Dollar, ausgelöst durch unerwartet starke US-Arbeitsmarkt- und Inflationsdaten, vollzog der Goldpreis am Donnerstag eine markante Kehrtwende. Ein robuster Jobmarkt und ein hartnäckiger Preisauftrieb hatten die Hoffnungen auf baldige Zinssenkungen der Federal Reserve zuvor deutlich gedämpft. Infolgedessen verlor das zinslose Edelmetall fast zehn Prozent an Wert und durchbrach dabei erstmals seit Oktober 2023 die charttechnisch kritische 200-Tage-Linie nach unten.

Dieser massive Verkaufsdruck endete am späten Donnerstagshandel jedoch abrupt mit einem Kurssprung um 140 US-Dollar. Auslöser war eine Meldung aus Washington: US-Präsident Donald Trump hatte einen geplanten Militärschlag gegen den Iran zugunsten neuer diplomatischer Lösungsansätze abgesagt. Auf den ersten Blick wirkt die Erholung des Goldpreises in diesem Kontext paradox, da eine geopolitische Entspannung üblicherweise die Nachfrage nach sicheren Häfen dämpft. Der Kursanstieg ist daher primär auf Short-Covering zurückzuführen. Leerverkäufer nutzten die Nachrichtenlage, um angesichts des unberechenbaren geopolitischen Umfelds ihre Positionen rasch glattzustellen.

Trotz der starken Gegenbewegung bleibt das Chartbild vorerst angeschlagen. Für eine nachhaltige Trendwende muss das Edelmetall die 200-Tage-Linie, die nun als entscheidender Widerstand fungiert, auf Schlusskursbasis zurückerobern. Erst dann signalisiert der Markt, dass die Käufer wieder die Kontrolle übernehmen. Bis dahin navigieren Investoren in einem komplexen Spannungsfeld: Einerseits deckelt die restriktive US-Geldpolitik das Aufwärtspotenzial, andererseits könnte ein Scheitern der diplomatischen Gespräche im Nahen Osten jederzeit neue Fluchtbewegungen in den sicheren Hafen Gold auslösen.

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