Der Goldmarkt hat 2025 kräftig vorgelegt: Der Preis des gelben Metalls hat sich oberhalb von 3.600 US-Dollar je Unze stabilisiert, Gold zählt mit einem Plus von fast 40 % zu den stärksten Anlageklassen und erstmals zieht nun auch der Minensektor spürbar nach. Der VanEck Gold Miners ETF (NYSE: GDX) beispielsweise markierte jüngst ein Rekordhoch und übertraf seinen vorherigen Spitzenwert aus der Hausse vor 14 Jahren. Dennoch sehen Analysten der Bank of America (BofA) die Anlegernachfrage im Verhältnis zum globalen Aktienuniversum weiterhin unter früheren Höchstständen.
Nach BofA-Berechnungen liegt die gesamte Marktkapitalisierung des weltweiten Goldsektors inzwischen bei etwas über 550 Mrd. US-Dollar – mehr als das Dreifache des Zyklustiefs 2022 (170 Mrd. US-Dollar) und mehr als das Achtfache des Tiefs 2016 (70 Mrd. US-Dollar). Bemerkenswert: Gegenüber den Spitzen von 2020 (331 Mrd. US-Dollar) und 2011 (334 Mrd. US-Dollar) hat sich die Sektor-Bewertung nahezu verdoppelt. Gleichzeitig repräsentieren Goldaktien aber weiterhin nur rund 0,39 % der weltweiten Aktienmarktkapitalisierung – ähnlich wie vor fünf Jahren, aber klar unter dem Hoch von 0,71 % im Jahr 2011. Sollte der derzeitige Zyklus anhalten, halten die Analysten eine Rückkehr zu 0,71 % für möglich; bei unveränderter globaler Marktkapitalisierung entspräche das rund 990 Mrd. US-Dollar.
Bewertungs-Multiples im Goldsektor mit Luft nach oben
Trotz der Kapitalzuflüsse notieren die Bewertungsmultiples noch unter früheren Hochs. Auf Basis der letzten zwölf Monate handelt der Sektor beim EV/EBITDA mit dem 11,0-Fachen (Höchststand 15,4 im Jahr 2020) und das Kurs-Buchwert-Verhältnis liegt bei 1,88 (vs. 2,27 im Jahr 2020 und 2,19 im Jahr 2011). Anpassungen an den Spot-Goldpreis heben den aktuellen NTM-EV/EBITDA auf 11,7 und den P/NAV auf 1,39 – Kennzahlen, die aus Sicht der BofA weiteres Expansionspotenzial signalisieren, falls der Rückenwind anhält.
Gold trotz Rekordpreisen mit weiteren Aufwärtspotenzial
Den positiven Sektorausblick stützt die Erwartung anhaltend robuster Rohstoffpreise. Selbst nach dem Sprung auf Rekordniveaus von über 3.600 US-Dollar pro Unze sehen die Rohstoffanalysten weiteres Aufwärtspotenzial. Für das zweite Quartal 2026 avisiert die BofA einen durchschnittlichen Goldpreis von rund 4.000 US-Dollar je Unze. Rückenwind kommt aus der Geldpolitik kommen: Die Federal Reserve hat erst gestern einen neuen Lockerungszyklus eingeleitet. Zinssenkungen in einem Umfeld anhaltend hoher Inflation wären ein Nährboden für einen schwächeren US-Dollar – ein Umfeld, das historisch den Goldpreis stützt.
Gold hat die Trendwende längst vollzogen, nun zieht der Minensektor nach. Während Marktbreite und Kapitalzuflüsse zunehmen, liegen die Multiples noch klar unter den Hochs früherer Zyklen. Wer an eine Fortsetzung des Aufschwungs glaubt, findet im Sektor – trotz neuer Höchststände bei Leitindizes wie dem GDX – weiterhin Bewertungsargumente.
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