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Korrektur? Welche Korrektur: CIBC hebt Prognosen an – Gold 6.000 USD, Silber 105, im Durchschnitt

5 Min.
Korrektur? Welche Korrektur: CIBC hebt Prognosen an – Gold 6.000 USD, Silber 105, im Durchschnitt

Die Rohstoffmärkte haben in den vergangenen Wochen extreme Schwankungen erlebt – doch nicht alle Analysten sehen darin einen Stimmungswechsel. Die kanadische Bank CIBC hält trotz der außergewöhnlichen Volatilität an ihrem konstruktiven Blick auf Gold und Silber fest und hat ihre Preisprognosen in einem Update deutlich angehoben. Im Zentrum der Argumentation stehen laut CIBC vor allem anhaltende geopolitische Unsicherheit, die Rolle von Gold als Schutzinstrument in turbulenten Zeiten sowie Erwartungen einer weiteren Abschwächung des US-Dollars.

Am Mittwoch veröffentlichten die Rohstoffanalysten der CIBC eine aktualisierte Einschätzung. Demnach soll Gold im laufenden Jahr im Durchschnitt 6.000 US-Dollar je Unze erreichen. Das ist ein kräftiger Sprung gegenüber der bisherigen Prognose aus Oktober 2025, als die Bank noch von 4.500 US-Dollar je Unze als Jahresdurchschnitt ausging. Gleichzeitig betont CIBC, dass man trotz jüngster Rücksetzer weiterhin einen breiten Aufwärtstrend sieht.

CIBC sieht Gold 2026/27 weiter in einem übergeordneten Aufwärtstrend

Über das laufende Jahr hinaus rechnet CIBC mit weiter steigenden Durchschnittspreisen. In ihrer aktualisierten Prognose erwartet die Bank, dass Goldpreise 2027 im Schnitt bei 6.500 US-Dollar je Unze ihren Höhepunkt erreichen könnten. Das unterstreicht: Für die Analysten handelt es sich bei der jüngsten Korrektur nicht um eine Trendwende, sondern eher um eine Zwischenbewegung in einem größeren Bild.

Als wichtig erachtet CIBC, dass die Treiber, die bereits 2025 für Nachfrage sorgten, weiterhin vorhanden seien. Genannt werden insbesondere geopolitische Risiken – aus Sicht der Bank ein Faktor, der die Nachfrage nach „sicheren Häfen“ grundsätzlich stützt. Dazu kommt ein zweiter Baustein, der für CIBC zentral ist: die Erwartung einer weiteren Schwäche des US-Dollars und eine damit verbundene Umschichtung weg von US-Staatsanleihen.

In der Wortwahl der Bank spielt dabei das Thema „Dollar debasement“ – also die Befürchtung einer schleichenden Entwertung der Leitwährung – eine zentrale Rolle. CIBC argumentiert, dass sowohl Zentralbanken als auch Investoren in einem Umfeld erhöhter Unsicherheit still und schrittweise Alternativen zu US-Anleihen suchen könnten. Das wirke perspektivisch unterstützend für Gold.

Silber-Prognose: CIBC erwartet hohe Durchschnittspreise 2026 und 2027

Auch für Silber legt CIBC ein klares Zahlenbild vor. Für das laufende Jahr erwartet die Bank einen Durchschnittspreis von rund 105 US-Dollar je Unze. Im kommenden Jahr soll Silber nach dieser Lesart sogar auf 120 US-Dollar je Unze im Durchschnitt steigen.

Damit signalisiert CIBC, dass man Silber nicht nur als „Mitläufer“ des Goldtrends sieht, sondern als eigenständigen Markt, der – trotz höherer Schwankungsanfälligkeit – im gleichen übergeordneten Umfeld profitieren könnte. In der Mitteilung wird zugleich deutlich: Die Bank blendet die jüngste Volatilität nicht aus, ordnet sie aber als Korrektur innerhalb eines grundsätzlich unterstützten Umfelds ein.

US-Geldpolitik als Auslöser – und dennoch kein Kurswechsel in der CIBC-Sicht

Interessant ist, wie CIBC die jüngste Marktbewegung erklärt. Die Bank verweist darauf, dass der Rückgang vom Rekordhoch in der Vorwoche durch eine politische Nachricht mit ausgelöst worden sei: US-Präsident Donald Trump habe angekündigt, Kevin Warsh als Nachfolger von Jerome Powell an der Spitze der US-Notenbank nominieren zu wollen. In der unmittelbaren Reaktion hätten Märkte Warsh offenbar als Kandidaten gesehen, der die politische Unabhängigkeit der Fed sichern könnte – und zugleich als eher straff orientierten Geldpolitiker.

CIBC setzt hier jedoch eine eigene Akzentuierung: Die Analysten beschreiben Warsh als eine Art „Taube im Falkengewand“. Ihre Interpretation: Warsh habe sich zwar für eine straffere Bilanzpolitik der Fed ausgesprochen (also eine Reduzierung der Notenbankbilanz), verbinde das aber mit dem Ziel, Inflation zu dämpfen und damit niedrigere Zinsen für die Realwirtschaft („Main Street“) zu ermöglichen. Zudem habe Warsh zuletzt Unterstützung für Trumps Bestrebungen zur staatlichen Effizienz signalisiert – aus Sicht der Bank ebenfalls ein Argument, das in Richtung geringeren Inflationsdrucks und damit potenziell niedrigere Zinsen deuten könnte.

Unabhängig von Personenfragen geht CIBC noch weiter und formuliert eine klare Erwartung: Es sei unwahrscheinlich, dass irgendein Kandidat in der Lage oder willens wäre, die US-Notenbank 2026 auf einen Kurs zu bringen, der nicht auf sinkende Zinsen hinauslaufe. Auch dieser Punkt ist Teil der Argumentation, warum Gold und Silber nach Ansicht der Bank trotz kurzfristiger Ausschläge gut unterstützt bleiben könnten.

Größeres Bild: CIBC verweist auf weltweite Vertrauensfragen bei Papierwährungen

Über die US-Geldpolitik hinaus begründet CIBC ihren Ausblick mit einer umfassenderen These: Der Trend zur Absicherung gegen Entwertung von Fiatwährungen sei global und nicht auf die USA beschränkt. In der Analyse spielt zudem der Status von US-Staatsanleihen eine Rolle: Wenn Anleihen von Marktteilnehmern nicht mehr als „risikofrei“ wahrgenommen würden, steige der Druck, alternative Sicherheitsanker zu finden – und die Auswahl sei begrenzt.

CIBC verweist in diesem Zusammenhang auf nahe Rekordwerte bei Schuldenquoten (Debt-to-GDP) in vielen westlichen Volkswirtschaften und auf den politischen Anreiz, sich eher „inflationär“ aus dem Problem herauszuarbeiten als über strikte Konsolidierung. In einem solchen Umfeld könne Gold – so die Kernaussage – weiterhin Nachfrage als Wertaufbewahrungsinstrument anziehen.

Damit liefert CIBC eine klare, zahlenbasierte Positionierung: Gold 6.000 US-Dollar je Unze im Jahresdurchschnitt 2026, Silber 105 US-Dollar, und ein Ausblick, der auch 2027 höhere Durchschnittswerte vorsieht – trotz der Einsicht, dass der Weg dorthin von starken Schwankungen begleitet sein kann.

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