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Kupferpreis vor Rekordhoch: Globale Lagerleere treibt Notierung Richtung 14.400 Dollar

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Kupferpreis vor Rekordhoch: Globale Lagerleere treibt Notierung Richtung 14.400 Dollar

Der Kupferpreis steht vor einem historischen Meilenstein: An der London Metal Exchange (LME) kletterte der Dreimonatskontrakt zum Ende der vergangenen Woche auf bis zu 14.405 US-Dollar je Tonne und notiert damit nur noch einen Hauch unter seinem Allzeithoch von 14.527,50 US-Dollar. Mit der zehnten Gewinnwoche in Serie beweist das Schlüsselmetall der Elektrifizierung enorme relative Stärke. Getrieben wird die Rallye nicht primär von kurzfristiger Spekulation, sondern von einer extremen geopolitischen Schieflage der weltweiten physischen Bestände.

Zollangst saugt US-Lager voll – Rest der Welt trocknet aus

Die treibende Kraft hinter dem Preissprung ist ein massiver Handelsarbitrage-Effekt: Aus Furcht vor drohenden US-Importzöllen leiten Händler und Verarbeiter seit Längerem gewaltige Mengen Kupfer in die Vereinigten Staaten um. Die US-Importe markierten im Juli ein Allzeithoch, was die Lager an der Comex zwar füllt, dem restlichen Weltmarkt jedoch das dringend benötigte physische Metall entzieht.

Die Folgen dieser regionalen Bestandsverschiebung schlagen nun voll auf die internationalen Börsenlager durch:

  • Shanghai Futures Exchange (SHFE): Die Bestände brachen binnen einer Woche um 13 Prozent auf 63.000 Tonnen ein – der tiefste Stand seit Januar 2024.
  • London Metal Exchange (LME): Neben einem weiteren Bestandsrückgang um 475 Tonnen signalisieren frische Auslagerungsanträge über 1.550 Tonnen, dass noch mehr Material dem liquiden Handel entzogen wird.
  • US-Comex: Starker Zufluss absorbiert globale Volumina und verknappt das frei verfügbare Kassa-Angebot in Asien und Europa signifikant.

Diese Verknappung stützt den Preis selbst gegen makroökonomischen Gegenwind: Weder ein temporär anziehender US-Dollar nach robusten Arbeitsmarktdaten noch die gedämpfte Risikofreude an den breiteren Rohstoffmärkten konnten den Höhenflug bremsen.

Physischer Engpass überwiegt Bewertungsbedenken

Analysten werten die zollbedingten Vorratskäufe weiterhin als starken Kurstreiber, weisen jedoch darauf hin, dass das erreichte Kursplateau kurzfristig das Aufwärtspotenzial deckeln könnte. Für Investoren bleibt das strukturelle Fundament jedoch intakt: Die Spreizung zwischen voller Comex und leeren Lagern in Asien und Europa hält die physischen Aufgelder hoch.

Flankierend zeigt sich auch der Aluminiummarkt fest (3.295 USD/t; Wochenplus 1,6 %), wobei Citi auf anhaltend niedrige sichtbare Bestände verweist, mittelfristig aber eine Entspannung durch anziehendes Angebot außerhalb Chinas erwartet. Bei Kupfer hingegen diktiert die physische Verfügbarkeit das Geschehen: Solange die Läger in Shanghai und London weiter abfließen, bleibt der Weg zur Eroberung des Allzeithochs für die Bullen frei.

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