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Silber stürzt um 6% ab, Gold unter 4.100 USD: US-Inflation schürt Zinsangst!

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Silber stürzt um 6% ab, Gold unter 4.100 USD: US-Inflation schürt Zinsangst!

Ein unerwartet hoher US-Verbraucherpreisindex für September hat die Zinserwartungen an den Terminmärkten schlagartig gedreht und eine spürbare Verkaufswelle bei Edelmetallen ausgelöst. Am gestrigen Mittwoch brach der Silberpreis um rund 6 Prozent ein, während Gold unter die psychologische Marke von 4.100 US-Dollar je Unze abtauchte (ausgehend von einem Vortagsschluss nahe 4.155 US-Dollar ein Minus von mindestens 1,3 Prozent). Die Neubewertung des Zinspfads durch die US-Notenbank Federal Reserve entzieht den Notierungen die zuvor fest eingeplante Zinspause.

US-Kerninflation beschleunigt sich – CME FedWatch signalisiert Zinsschritt

Laut Bureau of Labor Statistics stiegen die US-Verbraucherpreise im September saisonbereinigt um 0,6 Prozent zum Vormonat und kletterten auf eine Jahresrate von 3,7 Prozent (August: 3,4 Prozent). Von Dow Jones befragte Ökonomen hatten laut CNBC mit 0,6 beziehungsweise 3,6 Prozent gerechnet. Auch die Kernrate ohne volatile Energie- und Nahrungsmittelpreise überraschte auf der Oberseite mit 0,3 Prozent im Monatsvergleich und 2,6 Prozent auf Jahressicht (August: 2,4 Prozent; Prognose: 2,5 Prozent).

Sonu Varghese, Chief Macro Strategist bei der Carson Group, brachte die Dynamik gegenüber CNBC auf den Punkt: „Der CPI kam heiß herein, und es waren nicht nur die Treibstoffpreise.“ Da der Bericht die letzte maßgebliche Preisdatenlieferung vor der FOMC-Sitzung am 27. und 28. Oktober darstellt, preisen die Märkte eine straffere Geldpolitik ein.

Die wichtigsten Teiber und makroökonomischen Indikatoren im Überblick:

  • Breiter Teuerungsdruck: Der Energieindex stieg monatlich um 5,2 Prozent, getrieben von Benzin (+9,1 % im Monat, was rund die Hälfte des gesamten CPI-Monatsanstiegs ausmachte; +34,2 % im Jahresvergleich) und Heizöl (+74,2 % im Jahresvergleich) vor dem Hintergrund des seit Ende Februar andauernden Kriegs zwischen den USA und dem Iran sowie Notierungen von über 106 US-Dollar je Barrel Brent. Parallel verteuerten sich Wohnkosten (+0,4 % MoM; +3,2 % YoY), Gebrauchtwagen (+0,7 %) und Bekleidung (+0,3 %).
  • Zinserwartungen drehen nach oben: Nachdem die Fed im September den Leitzins erstmals seit über drei Jahren um 0,25 Prozentpunkte auf eine Spanne von 3,75 bis 4,00 Prozent angehoben hatte, kletterte die im CME FedWatch Tool abgelesene Wahrscheinlichkeit für einen Folgeschritt im Oktober auf rund 54 Prozent; für eine Erhöhung bis Jahresende liegt der Wert bei über 96 Prozent (Chance auf 50 Basispunkte bis Dezember bei etwa 50 zu 50).
  • Fester Dollar und steigende Renditen: Der Dollar-Index legte laut Rio Times um 0,34 Prozent auf rund 102,5 Punkte zu, was Metalle außerhalb des Dollarraums verteuert und zusammen mit steigenden Anleiherenditen das klassische Inflationsschutz-Argument dämpft.
  • Termin- und Prognosemärkte: An den Prognosemärkten taxierte Polymarket am Abend des 14. Oktober die Wahrscheinlichkeit, dass Silber im Oktober noch die Marke von 54 US-Dollar berührt, auf 61,5 Prozent; bei Gold lag die Quote für einen Test der 4.200-Dollar-Marke bei 80,5 Prozent.

Pan American Silver und Minenaktien unter Abgabedruck

Dass Silber den Rückgang von Gold vervierfachte, wurzelt in der Doppelrolle des Metalls als Wertaufbewahrungsmittel und Industriekomponente für Solarmodule, Elektronik und Medizintechnik (Yahoo Finance). Steigende Zinsen belasten beide Säulen: Sie erhöhen die Opportunitätskosten gegenüber verzinslichen Anlagen und dämpfen die Konjunkturerwartung. Gepaart mit der traditionell geringeren Markttiefe entluden sich die Verkäufe überproportional: Der Silber-ETF SLV büßte 6,11 Prozent auf 50,22 US-Dollar ein, während der Gold-ETF GLD mit einem Minus von 1,49 Prozent auf 375,99 US-Dollar schloss.

Mit den anstehenden US-Erzeugerpreisen, Einzelhandelsumsätzen und Erstanträgen auf Arbeitslosenhilfe sowie dem späteren PCE-Preisindex bleibt der Kalender eng getaktet. Solange der Markt zusätzliche Zinsschritte der Fed einpreist, dominiert der Zins- und Währungsdruck das Marktgeschehen.

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