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Silver Bow Mining öffnet Butte wieder unter Tage – erster Untertagezugang seit 35 Jahren

4 Min.
Silver Bow Mining öffnet Butte wieder unter Tage

Silver Bow Mining Corp. (NYSE American: SBMT) hat den Untertagezugang zu seinem hochgradigen Silber-Zink-Projekt Rainbow Block in Montana wiederhergestellt. Mit dem Abschluss der Sanierung des historischen Chief Joseph Portals beginnt nach Unternehmensangaben die erste Untertage-Exploration im Butte Mining District seit rund 35 Jahren – ein Kapitel, das in einem der bekanntesten Bergbaubezirke der USA lange geschlossen war.

Chief Joseph Portal: der Zugang steht wieder

Das sanierte Portal erschließt die historische Chief-Joseph-Rampe sowie die dahinterliegenden Grubenbaue im östlichen Teil des Rainbow Blocks. Den Beginn der Arbeiten hatte Silver Bow Mining am 12. Mai 2026 gemeldet, als das Unternehmen einen Vertrag mit MES Mining, einer Division von Mining & Environmental Services LLC, über Sanierung und Modernisierung von Portal und Rampe unterzeichnete.

Für ein Explorationsunternehmen ist das mehr als eine Bautätigkeitsmeldung: Der Zugang unter Tage verändert die Art, wie ein Projekt exploriert werden kann – und in vielen Fällen auch die Kosten pro Bohrmeter.

Was als Nächstes passiert: Rampe, dann Bohrstationen

Der unmittelbar nächste Arbeitsschritt ist die Sanierung der Chief-Joseph-Rampe, um sicheren Zugang zu den historischen Grubenbauen herzustellen und die nötige Infrastruktur aufzubauen. Erst danach folgt der eigentlich interessante Teil: Auf der 200-Sohle plant das Unternehmen Untertage-Bohrstationen, die Ressourcendefinition und Erweiterungsbohrungen unterstützen sollen.

Der Vorteil ist erheblich. Untertage-Bohrungen erlauben eine bessere Positionierung der Bohrgeräte und damit direkteren Zugriff auf die anvisierten mineralisierten Strukturen. Das Unternehmen rechnet mit kürzeren Bohrlöchern, höherer Effizienz und einer Beschleunigung des Ressourcenbohrprogramms.

Chairman und CEO Travis Naugle bezeichnete die Wiederherstellung des Untertagezugangs als wichtigen Meilenstein in der Strategie, die hochgradige Rainbow-Block-Ressource systematisch weiterzuentwickeln. Unter Tage verfüge das Unternehmen über größere explorative Flexibilität und besseren Bohrzugang zu den mineralisierten Gangsystemen. COO Kevin Shiell ordnete den Portal-Abschluss als ersten Schritt einer sicheren Wiederaufnahme des Untertagebetriebs ein; Priorität habe nun die Rampensanierung, von dort aus sollten die Bohrstationen folgen.

Zweites Portal in Vorbereitung

Rund 300 Meter nördlich des Chief Joseph Portals hat Silver Bow Mining bereits mit den Oberflächenarbeiten für ein neues, deutlich großzügiger dimensioniertes Rainbow-Portal begonnen. Es ist als separater Bestandteil eines längerfristigen Untertage-Infrastrukturprogramms konzipiert und soll zusätzlichen Zugang schaffen, wenn Exploration und – sofern gerechtfertigt – Entwicklungsarbeiten voranschreiten.

Die regulatorische Voraussetzung ist erfüllt: Die U.S. Mine Safety and Health Administration hat dem Unternehmen unter dem Namen "Silver Bow Mine" eine Federal Mine ID erteilt und damit Untertage-Aktivitäten am Rainbow Block genehmigt.

Die Ressourcenbasis: hochgradig, aber "inferred"

Der Rainbow Block beherbergt nach aktueller Schätzung 11,48 Millionen Tons an vermuteten Ressourcen mit 14,8 Unzen pro Tonne Silberäquivalent – rund 170 Millionen Unzen Silberäquivalent insgesamt. Die Einzelgehalte liegen bei 4,28 opt Silber (rund 147 g/t), 0,05 opt Gold, 4,59 Prozent Zink und 1,25 Prozent Blei. Die Basismetallkomponente ist damit substanziell: Rainbow Block ist kein reines Silberprojekt, sondern ein polymetallisches Gangsystem.

Bei den Berechnungsgrundlagen lohnt ein zweiter Blick. Die Schätzung rechnet mit einem Silberpreis von 25,00 US-Dollar je Unze. Zum Vergleich: <cite index="22-1">Silber notierte Mitte August 2026 bei rund 65 US-Dollar je Feinunze</cite>. Die Ressourcenschätzung ist in dieser Hinsicht ausgesprochen konservativ kalkuliert – wobei sich mit veränderten Preisrelationen auch die Umrechnungsfaktoren des Silberäquivalents verschieben und eine einfache Hochskalierung deshalb nicht zulässig ist.

Wichtig für die Einordnung ist die Ressourcenkategorie: Es handelt sich ausschließlich um vermutete Ressourcen ("inferred"). Diese gelten geologisch als zu spekulativ für wirtschaftliche Betrachtungen, und es besteht keine Sicherheit, dass sie durch weitere Exploration in höhere Kategorien überführt werden können. Genau darin liegt der Sinn des jetzt eröffneten Untertagezugangs – die Höherstufung ist das erklärte Arbeitsziel. Die Schätzung wurde von Dahrouge Geological Consulting erstellt; die technischen Informationen der Meldung prüfte Phillip Nickerson, PhD, CPG, Vice President Exploration, als Qualified Person nach NI 43-101.

Kritische Mineralien als zweite Erzählung

Neben Silber und Zink verfolgt Silver Bow Mining ein breiteres Zielspektrum aus Rohstoffen, die von den USA als kritische Mineralien eingestuft werden: Kupfer, Mangan, Germanium, Gallium, Indium, Antimon und Wismut. Im aktuellen politischen Umfeld ist das ein bemerkenswerter Zusatzaspekt, da mehrere dieser Metalle zuletzt im Zentrum von Exportbeschränkungen und Lieferkettendebatten standen. Der Grundbesitz umfasst rund 4.193 Acres patentierte Mineralkonzessionen sowie rund 1.410 Acres Oberflächenland – patentierte Claims sind in den USA privates Grundeigentum und vereinfachen Zugangs- und Genehmigungsfragen erheblich.

Einordnung für Anleger

Die Meldung ist operativ, nicht wirtschaftlich: keine neuen Bohrergebnisse, keine aktualisierte Ressource, keine Wirtschaftlichkeitsrechnung. Ihr Wert liegt darin, dass sie eine Voraussetzung schafft – ohne Portal keine Rampe, ohne Rampe keine Bohrstationen, ohne Bohrstationen keine effiziente Ressourcenerweiterung.

Entscheidend werden daher die kommenden Meldungen: Zeitplan und Kosten der Rampensanierung, die Einrichtung der Bohrstationen auf der 200-Sohle und schließlich die ersten Untertage-Bohrergebnisse. Erst diese zeigen, ob sich die vermuteten Ressourcen in höhere Kategorien überführen lassen.

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