In Westfinnland steht eine der größten Goldaufbereitungsanlagen Europas – seit Februar 2022 im Pflegemodus. Jeremy Gray und General Manager Jim Jackson erklären im Gespräch mit Vox Markets, wie der Neustart aussehen soll, warum vorher noch gebohrt wird und was das Ganze kosten dürfte.
Eine fertige Mühle, die nur eingeschaltet werden muss
Der Reiz der Geschichte liegt in der vorhandenen Infrastruktur. Nordic Mines errichtete die Anlage zwischen 2010 und 2012 mit Ausrüstung führender Hersteller, geriet aber in die Zange aus einbrechendem Goldpreis, einem ungünstigen Hedge und hoher Verschuldung. Die Anlage selbst sei technisch einwandfrei, betont Gray – überdacht, ohne Witterungsschäden, und mit einer historisch konstanten Produktion von 4.000 bis 5.000 Unzen pro Monat. Am Betriebsmodell habe es nie gelegen.
Drei Jahre Fehleranalyse
Jackson und sein Team haben die Historie systematisch aufgearbeitet. Zwei Schwachstellen stechen heraus. Erstens die Verdünnung des Erzes: Da die Mineralisierung visuell nicht erkennbar ist, muss über Bohrungen exakt bekannt sein, wo das Erz liegt. Rund 11.000 Meter RC-Bohrungen sind laut Jackson bereits niedergebracht, zunächst im oberen Bereich der Pits, später im Jahr in der Tiefe. Weil in Finnland fast ausschließlich Diamantbohrgeräte verfügbar sind, hat das Unternehmen ein eigenes RC-Gerät bei Sandvik gekauft.
Zweitens die Ausbeute. Die Anlage sei mit Spitzenequipment gebaut worden, aber ohne Automatisierung – Anpassungen erfolgten historisch nur alle 12 bis 24 Stunden. Gemeinsam mit Metso wird nun ein Paket für die Vollautomatisierung geschnürt, inklusive kontinuierlicher Beprobung von Gehalt und Tailings. Beratend an Bord: der frühere Mühlenleiter der ersten zehn Betriebsjahre, heute bei Metso.
Ressource: eine Million Unzen als konservative Basis
Offiziell arbeitet das Management mit rund einer Million Unzen. Gray hält das für deutlich zu niedrig gegriffen – SRK habe vor zehn Jahren bei einem Goldpreis von 1.200 USD zwei Millionen Unzen modelliert. Sein Argument: Es seien bislang nur etwa zehn Bohrlöcher bis 200 Meter Tiefe abgeteuft worden, und praktisch alle hätten in Mineralisierung geendet. Als Vergleichsmaßstab nennt er Rupert Resources, das bis 750 Meter gebohrt und dort rund 4,5 Mio. Unzen definiert habe. Ein Diamantbohrprogramm samt Budget liegt bereits fertig in der Schublade.
Finanzierung und Zeitplan
Aktuell läuft eine Pre-IPO-Runde über 6 Mio. CAD zu 1,50 CAD je Aktie, vor dem für September geplanten Listing. Für den eigentlichen Neustart veranschlagt das Management rund 30 Mio. CAD – darin enthalten sind Anlagen-Upgrades, die Beseitigung von Engpässen wie Tailings-Leitung und Vorbrecher sowie das Bohrprogramm.
Zum Genehmigungsstatus sagt Jackson, die Permits lägen vor und man könne theoretisch sofort beginnen. Gestartet werde dennoch erst im Frühjahr: Der Winterbetrieb bei minus 20 Grad sei unproblematisch, das Anfahren einer Anlage bei diesen Temperaturen dagegen schon. Bei einem Goldpreis um 4.000 USD, so beide, wäre der Betrieb hochprofitabel.