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GOLDINVEST

GOLDINVEST.de berichtet über ein hochkarätig besetztes 6ix-Webinar vom 12. Mai 2025

Was braucht es eigentlich, damit ein Junior-Explorer von einem größeren Unternehmen übernommen wird? Welche Projekt-Meilensteine zählen? Wann ist der richtige Zeitpunkt für eine Übernahme – und wann wäre es vielleicht zu früh? Diese Fragen diskutierten kürzlich drei CEOs von börsennotierten Rohstoffunternehmen in einem von 6ix Inc. moderierten Webinar:

  • Jeff Ackert, CEO von Cascade Copper
  • James Cross, CEO von E-Power Resources
  • Ian Bliss, CEO von Northern Shield Resources

Im Zentrum des Gesprächs stand die strategische Positionierung auf dem Weg zu einer möglichen Akquisition – mit unterschiedlichen Rohstoffen und Marktbedingungen im Hintergrund: Kupfer, Graphit und Gold.

Meilensteine für eine Übernahme: Wann wird ein Projekt interessant?

Einigkeit herrschte unter den CEOs, dass nicht zwangsläufig eine fertige Ressourcenschätzung oder eine vorläufige Wirtschaftlichkeitsstudie (PEA) notwendig ist, um das Interesse von größeren Marktteilnehmern zu wecken. Beispiele wie Great Bear (Gold) oder Nova-Bollinger (Nickel) zeigen, dass Übernahmen auch ohne definierte Ressourcen möglich sind – wenn das Projekt einzigartig ist und schnelles, effizientes Bohren das Potenzial sichtbar macht.

Für Cascade Copper steht bei porphyrischen Kupferlagerstätten vor allem „Drill, Baby, Drill“ im Vordergrund – entscheidend sei die Sichtbarkeit des Potenzials und die Reduktion des Explorationsrisikos für potenzielle Käufer. E-Power Resources wiederum sieht im Graphitsektor eine besondere Situation: Da es in Nordamerika nur etwa zehn ernstzunehmende Projekte gibt, könnte der Zeitpunkt für Übernahmen viel früher kommen als in anderen Rohstoffmärkten – notfalls „mit einem Auto, das noch keine Reifen hat“.

Risiko vs. Wertsteigerung: Wann verkaufen?

Ein zentrales Thema war der strategische Umgang mit der Entscheidung, ein Projekt selbst weiterzuentwickeln – oder frühzeitig zu verkaufen, um Verwässerung zu vermeiden und Risiken zu reduzieren. James Cross brachte es auf den Punkt: „Lieber das fünfte Projekt verkaufen als das zehnte, bevor der Markt leergekauft ist.“ Auch Ian Bliss betonte, dass man in einem volatilen Marktumfeld – mit hoher Verwässerung und schwieriger Finanzierung – lieber defensiv agieren sollte. Gleichzeitig sei es wichtig, dem potenziellen Käufer „Blue Sky“ zu lassen – also weiteres Explorationspotenzial über das hinaus, was bereits definiert ist.

Was Käufer sonst noch interessiert: Infrastruktur, Daten und Eigentümerstruktur

Neben den reinen Projektdaten nannten die CEOs weitere Faktoren, die Übernahmen begünstigen:

  • Infrastruktur & Zugang: Sowohl Northern Shield (Gold/Tellur) als auch E-Power (Graphit) betonten die außergewöhnliche Lage ihrer Projekte mit direktem Zugang zu Tiefseehäfen und ohne nennenswerte Anwohner – was Genehmigungen und spätere Erschließung stark vereinfacht.
  • Daten & Technologie: Cascade Copper setzt auf moderne 3D-Datenvisualisierung und KI-gestützte Felddatenerfassung, um schneller und präziser Bohrziele zu definieren – ein klarer Vorteil in der Explorationsplanung.
  • Aktionärsstruktur: Zwar interessieren sich Käufer primär für das Projekt selbst, jedoch spielt die Aktionärsstruktur insoweit eine Rolle, als eine schnelle Zustimmung zur Übernahme erfolgen kann – insbesondere bei stark insider- oder founder-geführten Unternehmen.

Konsolidierung: Wer kauft wen – und wann?

Auch über Trends im Übernahmemarkt wurde diskutiert. Während Cascade Copper auf Projektpartnerschaften mit Mid-Tiers oder Majors setzt (Beispiel: Freeport-McMoRan), sieht E-Power Resources aufgrund der Angebotsknappheit eine zunehmende Übernahmeaktivität durch industrielle Abnehmer – z. B. Batteriehersteller oder Rohstoffkonzerne. Zwei der zehn signifikanten Graphitprojekte Nordamerikas seien bereits übernommen worden – acht blieben.

Northern Shield wiederum beobachtet verstärktes Interesse australischer Unternehmen an Projekten in Neufundland – sowohl in Form von Beteiligungen als auch Joint Ventures.

Fazit: Das Projekt muss überzeugen – am besten schnell

Ob Kupfer, Graphit oder Gold: Eine Übernahme ist kein Zufall, sondern das Resultat aus guter Projektqualität, strategischer Weiterentwicklung und kluger Kapitalallokation. Wer schnell, effizient und mit einem überzeugenden Team agiert, erhöht seine Chancen – gerade in einem schwierigen Finanzierungsumfeld. Am Ende, so die einhellige Meinung, sei es wichtig, für jede Phase offen zu sein – sei es für eine Projektpartnerschaft, einen Asset-Deal oder die Komplettübernahme.

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