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Bis zu 700 Mrd. USD neue Nachfrage: World Gold Council forciert Blockchain-Gold

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Bis zu 700 Mrd. USD neue Nachfrage: World Gold Council forciert Blockchain-Gold

Ein ungenutztes Marktpotenzial von bis zu 700 Milliarden US-Dollar: Nach Berechnungen des World Gold Council (WGC) könnte die digitale Verbriefung von physischem Gold über moderne Blockchain-Infrastrukturen eine tiefgreifende Nachfragewelle auslösen. In einem gemeinsamen Whitepaper mit der Boston Consulting Group unter dem Titel „Digital Gold: The Case for a Shared Infrastructure“ analysiert der Branchenverband die Hürden der bisherigen Fragmentierung und skizziert die Transformation des Edelmetalls vom passiven Tresorbestand hin zu einem voll fungiblen Sicherungs- und Transaktionsinstrument der globalen Finanzmärkte.

World Gold Council: 700 Milliarden Dollar Potenzial im Schatten der ETF-Dominanz

Bislang steht die digitale Tokenisierung von Gold im Vergleich zum Gesamtmarkt erst am Anfang. Zwar überschritt die weltweite Marktkapitalisierung tokenisierter Goldprodukte im Jahr 2025 erstmals vier Milliarden US-Dollar, doch bleibt dieses Volumen gemessen an traditionellen Anlagevehikeln marginal. Zum Vergleich verzeichneten goldgedeckte börsengehandelte Fonds (ETFs) im vergangenen Jahr Nettozuflüsse von 89 Milliarden US-Dollar und bauten ihr verwaltetes Vermögen auf 559 Milliarden Dollar aus, was rund 16 Prozent der gesamten weltweiten Jahresnachfrage nach Gold entsprach. Nach den Modellrechnungen des WGC besitzt eine standardisierte Tokenisierung jedoch die Durchschlagskraft, zusätzliche Investments von bis zu 700 Milliarden US-Dollar zu aktivieren – eine Größenordnung, die dem gesamten aktuellen Weltmarkt für physisch besicherte Gold-ETFs gleichkommt. Welches Gefälle zwischen analogem und digitalem Besitz besteht, verdeutlicht Mike Oswin, beim WGC verantwortlich für Marktstruktur und Innovation: Während sich der Markt für verwahrtes und tokenisiertes Gold im Privatkundensegment derzeit auf lediglich 50 bis 60 Milliarden Dollar beläuft, steht dem ein weltweites privates Goldanlagevermögen von geschätzten sechs bis sieben Billionen Dollar gegenüber.

„Gold as a Service“: Digitale Kreditsicherheiten und Branchenstandardisierung

Um diese Diskrepanz aufzulösen, entwickelt der World Gold Council eine gemeinsame Plattformarchitektur unter dem Namen „Gold as a Service“. Das System ist nicht als weiteres isoliertes Endkundenprodukt konzipiert, sondern als interoperable Basisinfrastruktur, die Banken, Fintechs und Edelmetallhändlern die Ausgabe, Verwahrung, Abwicklung und Rückgabe digitaler Eigentumsrechte ermöglicht. Bislang erfordert der Aufbau eines eigenen tokenisierten Goldprodukts Vorabinvestitionen im zweistelligen Millionenbereich, während heterogene Verwahrmodelle, abweichende regulatorische Rahmenbedingungen und uneinheitliche Einlösemechanismen den marktweiten Transfer behindern. Die geplante Einheitsplattform soll diese Einstiegshürden senken und durch standardisierte Prüfprotokolle einen lückenlosen Abgleich zwischen physischen Barren und digitalen Token sicherstellen. Eine wesentliche Vertrauensbasis bildet dabei das verbriefte Recht auf physische Auslieferung: Auch Anleger, die keine reale Zustellung anfordern, verlangen die absolute Gewissheit einer hundertprozentigen Deckung durch physisches Barrengold.

Über das reine Wertaufbewahrungsmotiv hinaus erschließt die Tokenisierung neue Anwendungsfelder im operativen Kredit- und Zahlungsverkehr. Vincent Domien, Leiter des Edelmetallhandels bei der ICBC Standard Bank, betonte auf der jüngsten Jahreskonferenz der London Bullion Market Association, dass physisches Gold bislang nur unter hohem administrativem Aufwand als Beleihungsobjekt dient. Werden die Bestände digital repräsentiert, können Institute und Anleger ihr Gold reibungslos als Kreditsicherheit verpfänden, um Liquidität zu generieren, ohne die zugrunde liegende Position liquidieren zu müssen. Im Retailbanking demonstrierte die HSBC in Hongkong, wie ein digitaler Gold-Token neue Nutzerkreise mobilisiert: Der native Erwerb über bestehende Banking-Apps, unkomplizierte Übertragungen an Dritte und minimale Einstiegsbeträge sprechen gezielt jüngere Generationen an. Für WGC-CEO David Tait zielt diese Modernisierung nicht auf die Verdrängung klassischer Barrenkäufe ab. Entscheidend sei vielmehr, die Schutzfunktion des physischen Sachwerts vollständig zu bewahren und das Edelmetall zugleich als liquides, digitales Werkzeug im globalen Finanzsystem des 21. Jahrhunderts zu etablieren.

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