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Gold-Einbruch nach Fed-Schock: Warum Anleger den Rücksetzer nutzen sollten

3 Min.
Gold-Einbruch nach Fed-Schock: Warum Anleger den Rücksetzer nutzen sollten

Der Goldpreis steht derzeit spürbar unter Druck. Seit dem Zwischenhoch im August ist das Edelmetall um rund neun Prozent gefallen und notierte zuletzt nur noch knapp über 4.250 US-Dollar je Feinunze. Der Auslöser für diese Kursverluste war eine für viele Anleger überraschende Wende der US-Notenbank: Statt der zuvor erwarteten Zinssenkungen hob die Federal Reserve Bank zuletzt den Leitzins um 25 Basispunkte an und signalisierte darüber hinaus weitere Erhöhungen.

Da Gold selbst keine Zinsen abwirft, steigen mit jeder Zinserhöhung die Opportunitätskosten seines Besitzes. Damit gemeint ist, dass die relative Attraktivität gegenüber festverzinslichen Anleihen sinkt, denn Anleihen und Termingeld werfen wieder mehr Rendite ab, während das zinslose Gold im Vergleich unattraktiver wirkt.

Wer daraus vorschnell schließt, das eigentliche Kaufargument für Gold sei entkräftet, übersieht den Grund für die Zinswende: Die US-Notenbank erhöht die Zinsen, weil die Inflation hartnäckig über dem Zielwert von zwei Prozent verharrt und die zuletzt wieder steigenden Ölpreise neuen Preisdruck erzeugen.

Das Inflationsproblem, das Gold ursprünglich attraktiv gemacht hat, ist also nicht gelöst. Im Gegenteil: Es ist gerade der Auslöser für die Zinsschritte. Die Situation ist damit absolut irritierend, denn das Gold gilt auch weiterhin als der Inflationsschutz schlechthin. Sein Preis fällt aber gerade, weil die US-Notenbank aufgrund der immer noch hohen Inflation ihre Leitzinsen anhebt. Kurzfristig wirkt der Zinseffekt derzeit stärker als das Inflationsargument, langfristig aber bleiben beide Kräfte in Konkurrenz zueinander.

Das wichtigste Motiv für den Goldkauf blenden viele Anleger gerade aus

Noch schwerer wiegt ein drittes Motiv, das von der aktuellen Zinsdebatte überlagert wird: der schleichende Vertrauensverlust in Staatsanleihen und die Fiat-Money-Währungen selbst. Rekordhohe Staatsschulden, zuletzt sichtbar etwa an der Herabstufung Frankreichs und der wachsenden Zinslast der USA, sowie die anhaltend hohen Goldkäufe der Notenbanken zeigen, dass dieses Vertrauensproblem nicht an einzelnen Notenbanksitzungen hängt und sich auch nicht durch eine einzelne Zinsentscheidung auflösen lässt.

Selbst wenn die Federal Reserve Bank die Zinsen weiter anhebt und Anleihen damit kurzfristig noch attraktiver werden, ändert das nichts an der grundsätzlichen Frage, ob die Gläubiger einer immer weiter wachsenden Staatsverschuldung auf Dauer noch vertrauen können. Viele Notenbanken aus Schwellenländern, aber zunehmend auch aus Europa, bauen ihre Goldreserven seit Jahren systematisch aus. Sie zeigen damit ein Verhalten, das sich eher an diesem langfristigen Vertrauensproblem orientiert als an der jeweils aktuellen Zinslage.

Anleger sollten sorgfältig unterscheiden

Für Anleger folgt daraus eine wichtige Unterscheidung: Ein zinsbedingter Rücksetzer beim Gold ist etwas grundsätzlich anderes als eine Widerlegung der strukturellen Kaufargumente für das gelbe Metall. Die kurzfristige Kursbewegung wird derzeit vom Zinszyklus dominiert, die langfristige Investitionsthese dagegen von der Frage, ob Inflation und Schuldentragfähigkeit der großen Industriestaaten tatsächlich nachhaltig in den Griff zu bekommen sind.

Beide Ebenen sollten von den Anlegern sauber auseinandergehalten werden, bevor aus einem schwachen Monat am Goldmarkt vorschnelle Rückschlüsse über die längerfristige Richtung des Goldpreises gezogen werden.

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