Steigende US-Anleiherenditen und hartnäckige Inflationsdaten setzen den Goldpreis kurzfristig unter Druck, ändern jedoch nichts an den übergeordneten Aufwärtstreibern. Während die US-Investmentbank Jefferies ihre Kurzfristprognosen vor dem Hintergrund gestiegener Realzinsen moderat nach unten anpasst, bekräftigt das Institut sein langfristiges Kursziel von 5.000 US-Dollar je Unze für das Jahr 2027. Ausschlaggebend für diesen optimistischen Ausblick ist die wachsende Schieflage der US-Staatsfinanzen: Die explodierenden Zinskosten des Staates dürften die geldpolitischen Spielräume der Federal Reserve auf Sicht empfindlich einschränken.
Analysten passen Kurzfristziele an – 5.000-Dollar-Marke für 2027 bleibt im Fokus
In ihrem aktuellen Metall- und Bergbaubericht reagiert Jefferies auf die jüngste Zinsdynamik: Nachdem die Renditen von US-Staatsanleihen Anfang des Monats auf ein 24-Jahres-Hoch kletterten, kappte die Bank ihre Prognose für den durchschnittlichen Goldpreis im vierten Quartal von 4.600 auf 4.400 US-Dollar je Unze. Auch die Schätzung für das Gesamtjahr 2026 sank leicht von 4.595 auf 4.511 US-Dollar.
Gleichzeitig hebt das Analysehaus jedoch die längerfristigen Annahmen an. Neben der Bestätigung des Kursziels von 5.000 US-Dollar für 2027 schraubten die Experten die Prognose für 2029 von 4.500 auf 4.600 US-Dollar nach oben. Der langfristige Basiskurs wurde zudem um 100 auf 3.600 US-Dollar je Unze angehoben.
Die makroökonomischen und fiskalischen Kernparameter der Jefferies-Analyse im Überblick:
- Druck durch Rekordrenditen: Anleiherenditen auf einem 24-Jahres-Hoch trieben die Realzinsen und damit die Opportunitätskosten der zinslosen Edelmetallhaltung in die Höhe.
- Fiskalischer Engpass der USA: Ein jährliches US-Haushaltsdefizit von rund 2 Billionen US-Dollar (rund 6 Prozent des Bruttoinlandsprodukts) sowie jährliche Nettozinsausgaben von über 1 Billion US-Dollar erhöhen den politischen Druck, die Finanzierungskosten künftig wieder einzufangen.
- Strukturelle Nachfragepfeiler: Fortgesetzte Zukäufe der globalen Zentralbanken, die fortschreitende Währungsentwertung und anhaltende Teuerungsraten sichern das Preisniveau strukturell nach unten ab.
- Angehobenes Basisniveau: Die Erhöhung der langfristigen Preisannahme auf 3.600 US-Dollar sowie das 2029er-Ziel von 4.600 US-Dollar spiegeln ein dauerhaft erhöhtes Preisplateau wider.
Während die restriktivere Geldpolitik und Zinsspitzen kurzfristig für Volatilität sorgen, fungiert die Kombination aus anhaltender physischer Nachfrage - auch von den Zentralbanken - und unausweichlichen US-Schuldenzwängen als tragendes Fundament für den Weg zur 5.000-Dollar-Marke, so die Experten.
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