Ankündigungen des US-Finanzministeriums haben den Edelmetallmarkt stark bewegt. Die Treasury kündigte an, ihre Liquiditätsrückkäufe für langlaufende Staatsanleihen (10 bis 30 Jahre) ab dem 9. September auf mindestens 4 Milliarden Dollar pro Operation zu verdoppeln. Der Markt deutete diesen Schritt als gezieltes Manöver zur Kappung langfristiger Finanzierungskosten. Die Folge war ein spürbarer Rückgang der Langfristzinsen: Die Rendite der 30-jährigen US-Anleihen sackte um bis zu 10 Basispunkte auf 5,18 Prozent ab, während der US-Dollar auf ein Dreimonatstief fiel.
Gold nutzte diese Dynamik für einen Kurssprung von 4 Prozent (+185,50 Dollar) auf 4.518,90 Dollar je Unze, mit einem Tageshoch bei 4.524,50 Dollar. Auch die übrigen Edelmetalle zogen zwischenzeitlich kräftig an: Silber verteuerte sich um 5,34 Prozent auf 66,57 Dollar, Palladium legte um 4,18 Prozent zu und Platin kletterte um 6,14 Prozent auf 1.815 Dollar. Industriemetalle zeigten sich von der Zinsentwicklung unbeeindruckt und gaben leicht nach.
Gold macht nach Ankündigung aus US-Finanzministerium riesigen Satz
Dass die Märkte die Intervention des Finanzministeriums so gierig aufgriffen, überrascht mit Blick auf die Notenbank. Das zeitgleich veröffentlichte Fed-Protokoll der Juli-Sitzung zeigte ein deutlich restriktiveres Bild: Mehrere Währungshüter hielten weitere Zinserhöhungen bei anhaltendem Inflationsdruck für notwendig. Trader setzten jedoch auf die taubenhaften Signale der Treasury; die vom Markt eingepreiste Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung im September fiel von über 70 Prozent Ende Juli auf etwa 36 Prozent.
Aus technischer Sicht rückt beim Gold nun der Bereich um 4.540 Dollar (50-Wochen-Durchschnitt) in den Fokus, wo Marktbeobachter wie James Dima (StoneX) einen nachhaltigen Wochenschlusskurs fordern. Darüber liege das nächste Ziel beim 200-Tage-Durchschnitt von 4.625 Dollar. Laut Saxo-Stratege Ole Hansen könnte ein dauerhafter Ausbruch über 4.500 Dollar den Weg in Richtung 5.000 Dollar bis Jahresende ebnen, sofern die Unterstützung bei 4.200 Dollar hält.
Spannung verspricht der Wochenabschluss: Neben der technischen Bestätigung beim Goldpreis läuft eine Frist im US-Zollstreit mit Kanada ab, wo mögliche Abgabensenkungen auf Stahl und Aluminium im Raum stehen. Direkt in der Folgewoche richtet sich das Augenmerk der Rohstoffmärkte dann auf die erste Jackson-Hole-Rede des neuen Fed-Chairmans Kevin Warsh.
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