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Goldpreis versucht sich vor US-Inflationsdaten an erster Stabilisierung

2 Min.
Goldpreis versucht sich vor US-Inflationsdaten an erster Stabilisierung

Eskalierende geopolitische Spannungen und ein Ölpreissprung über die Marke von 100 US-Dollar sollten Edelmetallen eigentlich massiven Auftrieb verleihen. Doch an den Märkten herrscht verkehrte Welt: Statt als sicherer Hafen gesucht zu werden, gerieten Gold und Silber vor den richtungsweisenden US-Inflationsdaten in einen scharfen Abverkauf. Erst knapp oberhalb zentraler Unterstützungen unternimmt der Markt nun den Versuch einer Stabilisierung – während die Zinsfurcht vor der anstehenden Federal-Reserve-Sitzung ihren vorläufigen Höhepunkt erreicht.

Ölpreisschock und Rendite-Rallye treiben Fed-Erwartungen

Auslöser des jüngsten Ausverkaufs ist ein toxischer Mix aus heißeren US-Erzeugerpreisen (+5,4 % im Jahresvergleich) und robusten Arbeitsmarktdaten. Treibstoff dafür lieferte vor allem der Energiemarkt: Angriffe auf Tanker in der Straße von Hormus und die Einnahme des jemenitischen Hafens Mocha durch Huthi-Kräfte katapultierten WTI-Öl auf 102,48 US-Dollar und Brent auf 107,63 US-Dollar je Barrel – die höchsten Stände seit Monaten.

Für Edelmetall-Investoren verkehrt sich das geopolitische Risiko damit ins Gegenteil: Die teure Energie heizt die Inflationserwartungen massiv an, was die Rendite richtungsweisender zehnjähriger US-Staatsanleihen auf 4,94 Prozent und damit den höchsten Stand seit Oktober 2023 trieb. An den Terminmärkten preisen die Akteure die Wahrscheinlichkeit einer Fed-Zinserhöhung um 25 Basispunkte in der kommenden Woche bereits mit 71 Prozent ein. Die daraus resultierenden Opportunitätskosten und ein erstarkender US-Dollar entzogen den zinslosen Edelmetallen abrupt den Boden.

Charttechnik im Härtetest: Die Schlüsselmarken vor dem CPI

Der Sell-off hinterließ tiefe charttechnische Spuren: Silber brach zeitweise um 5,5 Prozent ein, während Gold unter seinen 200-Tage-EMA (4.341 US-Dollar) rutschte. Die zarte Freitags-Erholung belegt zwar, dass Dip-Käufer an den Tiefs bereitstehen, über die Nachhaltigkeit der Gegenbewegung entscheiden jedoch die kommenden Tage:

  • Gold: Die Zone um 4.315 US-Dollar fungiert als primärer Rettungsanker; ein Bruch würde Abgaben bis 4.290 bzw. 4.263 US-Dollar androhen. Auf der Oberseite bildet 4.379 US-Dollar die erste Hürde, gefolgt von 4.396 und der psychologischen Marke von 4.500 US-Dollar.
  • Silber: Nach dem Sturz unter 65,60 US-Dollar dient die Marke von 63,30 bis 63,50 US-Dollar als entscheidende Bastion. Auf dem Weg zurück in den Aufwärtstrend müssen die Bullen sukzessive 65,60 sowie 67,25 US-Dollar zurückerobern.

Das Schicksal beider Metalle entscheidet sich nun an den US-Verbraucherpreisen (CPI): Bestätigen diese den anhaltenden Teuerungsdruck, dürften die Falken bei der US-Notenbank freie Hand behalten. Überrascht die Teuerung hingegen nach unten, könnte die aktuelle Übertreibung nach unten das Fundament für eine dynamische Erholungsrallye legen.

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