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Kupfer auf Rekordjagd: Fundamentaldaten schlagen geopolitischen Lärm

3 Min.
Kupfer auf Rekordjagd: Fundamentaldaten schlagen geopolitischen Lärm

Kupfer trotzt den globalen Spannungen und setzt seinen beeindruckenden Höhenflug fort. An der London Metal Exchange (LME) markierte das Industriemetall mit 13.943 US-Dollar je Tonne kürzlich einen neuen Schlussrekord und übertraf damit das bisherige Top vom 29. Januar (13.618 US-Dollar) deutlich. Für Investoren bedeutet das ein sattes Plus von rund 12 Prozent seit Ende 2025. Das Bemerkenswerte an dieser Rallye: Der Markt löst sich zunehmend von den geopolitischen Schlagzeilen aus dem Nahen Osten und fokussiert sich wieder auf die Fundamentaldaten.

Obwohl US-Präsident Donald Trump einen iranischen Friedensvorschlag jüngst als „völlig inakzeptabel“ ablehnte und die Lage an der Straße von Hormus hochgradig volatil bleibt, zeigen sich die Märkte unbeeindruckt. Bereits am Freitag hatte der kombinierte LME-Preisindex ein Allzeithoch erreicht. Auch das Stimmungsbild bei einem wichtigen Branchentreffen in Hongkong letzte Woche war stark konstruktiv geprägt. Offenkundig preist das smarte Geld derzeit keine massive Eskalation ein, sondern positioniert sich für einen strukturellen Angebotsengpass.

Drei Treiber heizen den Kupferpreis an

Dass Kupfer derzeit seine eigene Marktlogik schreibt, liegt an einer Kombination aus robuster Nachfrage und neuen Angebotsrisiken abseits der bekannten Krisenherde:

  • China-Boom trifft auf leere Lager: Die chinesischen Exporte kletterten im April um 14 Prozent gegenüber dem Vorjahr – angetrieben vor allem durch kupferintensive Güter aus dem Clean-Tech-Sektor. Diese strukturelle Nachfrage trifft in der Volksrepublik auf rasant sinkende Lagerbestände.
  • Schrottmangel durch Regulierung: Ein hartes Vorgehen der chinesischen Behörden gegen metallbesicherte Finanzierungen hat den Markt für Kupferschrott ausgetrocknet. Dadurch schrumpft der übliche Preisabschlag zu raffiniertem Kupfer, was Industriekäufer zwingt, verstärkt auf das ohnehin knappe Primärmetall auszuweichen.
  • Strukturelle Krisenresistenz: Analysten der Citigroup gehen davon aus, dass Megatrends wie Energiewende, Stromnetzausbau, industrielle Modernisierung und Rüstung den Kupferpreis massiv stützen. Demnach bliebe das Metall selbst bei einem Worst-Case-Szenario – wie einer längeren Schließung der Straße von Hormus – äußerst widerstandsfähig.

Sondereffekte bei Aluminium und Nickel

Die Preisdynamik erfasst auch andere Industriemetalle, deren Lieferketten jedoch direkter an die Ereignisse im Golfraum gekoppelt sind. Aluminium verteuerte sich um mehr als 2 Prozent. Hier preist der Markt das Risiko ein, dass eine Schließung der Straße von Hormus die Schmelzer im Golfraum vom Netz nehmen könnte – ein Ausfall, der wegen der extrem langen Wiederanlaufzeiten gravierende Folgen hätte.

Nickel verbuchte parallel ein Plus von 1,9 Prozent. Auch hier gibt es einen direkten geopolitischen Hebel, da viele Nickelproduzenten zwingend auf Schwefellieferungen aus der betroffenen Krisenregion angewiesen sind.

Fazit: Solange die strukturelle Nachfrage aus der Industrie auf sinkende Bestände und ein verengtes Schrottangebot trifft, dürfte Kupfer dem allgemeinen geopolitischen Krisenmodus weiter trotzen und ein hochattraktives Spielfeld für Rohstoffinvestoren bleiben.

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