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Kupfer vor Preisexplosion: Streiks in Chile & Verknappung schüren Rallye

2 Min.
Kupfer vor Preisexplosion: Streiks in Chile & Verknappung schüren Rallye

Für Kupferinvestoren braut sich derzeit ein explosives Marktszenario zusammen. Mit Notierungen von über 14.400 US-Dollar je Tonne steuert das Industriemetall an der London Metal Exchange auf den dritten Gewinnmonat in Folge zu – allein im September steht ein sattes Plus von rund 9%zu Buche. Doch der eigentliche Preistreiber ist nicht nur die charttechnische Stärke, sondern eine handfeste physische Knappheit. Sinkende Minenproduktionen treffen auf eine ungebrochene chinesische Nachfrage, geopolitische Lagerhaltungseffekte und akute Streikrisiken in Südamerika.

Streikrisiko in Chile: Das globale Angebot bröckelt

Die ohnehin angespannte Angebotsseite gerät durch Entwicklungen in Chile, dem wichtigsten Kupferproduzenten der Welt, spürbar unter Druck. Auf Antofagastas Centinela-Mine etwa haben die Beschäftigten das finale Vertragsangebot abgelehnt. Damit beginnt eine verpflichtende Schlichtungsphase, die ein unmittelbares Streikrisiko birgt. Parallel dazu wurden die Lohnverhandlungen bei der weltgrößten Kupfermine Escondida (BHP) nach einem tragischen Unfall verschoben.

Solche operativen Risiken entfalten ihre volle Preiswirkung, da der Markt fundamental bereits im Defizit operiert. Die jüngsten Daten der International Copper Study Group (ICSG) für Juli verdeutlichen die gefährliche Schere zwischen Angebot und Nachfrage:

  • Rückläufige Minenförderung: Die globale Produktion sank im Monatsvergleich um 4 Prozent auf annualisiert 23 Millionen Tonnen.
  • Schrumpfendes Angebot: Die Menge an raffiniertem Kupfer ging im Jahresvergleich um 1 Prozent auf 28,4 Millionen Tonnen zurück.
  • Steigender Bedarf: Die Nachfrage nach raffiniertem Kupfer kletterte im selben Zeitraum um 3 Prozent auf annualisiert 29 Millionen Tonnen.

US-Zölle und China-Importe: Deutsche Bank prognostiziert 22.000 Dollar

Zusätzlich zur rückläufigen Produktion wird das verfügbare Kupfer durch geopolitische Faktoren künstlich verknappt. Aus Sorge vor möglichen Importzöllen horten Händler aktuell massive Mengen an raffiniertem Kupfer in US-Lagerhäusern. Dieses Material ist gebunden und fehlt dem restlichen Weltmarkt.

Das spürt vor allem China. Die Volksrepublik signalisiert trotz konjunktureller Sorgen einen enormen Hunger nach dem Metall: Der Yangshan-Importaufschlag – der wichtigste Gradmesser für die chinesische Nachfrage nach ausländischem Kupfer – notiert nahe seinen Höchstwerten seit dem Jahr 2022.

Für weitsichtige Anleger ergibt sich aus dieser toxischen Mischung aus potenziellen Produktionsausfällen, künstlicher Verknappung und starker Nachfrage ein massives Kurspotenzial. Die Deutsche Bank geht davon aus, dass der harte Wettbewerb um die knappen physischen Liefermengen den Kupferpreis bis zum zweiten Quartal 2027 auf bis zu 22.000 US-Dollar je Tonne treiben könnte. Kurzfristig dürfte der Markt extrem sensibel auf jeden weiteren Ausfall in der globalen Lieferkette reagieren.

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