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Gold-Kursziel 5.250 Dollar: Warum die Société Générale auf die nächste Rohstoffwelle setzt

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Gold-Kursziel 5.250 Dollar: Warum die Société Générale auf die nächste Rohstoffwelle setzt

Ein Kursziel von 5.250 US-Dollar je Unze und ein unerschütterliches Bekenntnis zu realen Sachwerten: Trotz eines anhaltend restriktiven Zinsumfelds sieht die Société Générale den Aufwärtszyklus bei Edel- und Industriemetallen noch lange nicht ausgereizt.

Im aktuellen Multi-Asset-Ausblick für das Schlussquartal 2026 untermauert die französische Großbank ihre klare Übergewichtung von Rohstoffen und reserviert allein für Gold und Kupfer jeweils zehn Prozent des gesamten Portfolio-Volumens. Hinter dieser Allokation steht ein klassischer „Debasement Trade“: Die wachsende Einsicht, dass Notenbanken die Inflationsdynamik nicht vollständig einfangen können, während die explodierenden Zinskosten der US-Staatsverschuldung das Vertrauen in traditionelle Anleihen untergraben.

US-Schuldenfalle und Zentralbankkäufe zementieren Goldrallye

Dass zehnjährige US-Staatsanleihen Renditen von fast fünf Prozent abwerfen, entzieht dem zinslosen Edelmetall im aktuellen Marktumfeld keineswegs die Substanz. SocGen interpretiert das hohe Renditeniveau vielmehr als Symptom einer strukturellen Tragfähigkeitskrise. Mit einem Haushaltsdefizit von über sechs Prozent des Bruttoinlandsprodukts und einer durchschnittlichen Schuldenverzinsung von vier Prozent – weit über der für eine Stabilisierung notwendigen Schwelle von 2,3 Prozent – drohen die Zinsausgaben der Supermacht bis Mitte der 2030er-Jahre auf fünf Prozent der Wirtschaftsleistung anzuwachsen. Vor diesem fiskalischen Hintergrund dient Gold nicht mehr nur als Inflationsschutz, sondern als unverzichtbares Bollwerk gegen die schleichende Entwertung staatlicher Verbindlichkeiten.

Flankiert wird dieser Makrotreiber durch eine ungebrochene physische Nachfrage. Weltweite Zentralbanken reduzieren ihre Bestände an US-Treasuries zugunsten von Barrengold, während an den Finanzmärkten auch die privaten Zuflüsse zurückkehren. Die globalen Bestände der Gold-ETFs bewegen sich wieder in Richtung der Marke von 3.000 Tonnen. Setzen im weiteren Zyklusverlauf die erwarteten Reallinssenkungen und eine Abschwächung des US-Dollars ein, verringern sich die Opportunitätskosten des Metalls weiter. Für das vierte Quartal 2026 prognostiziert die Bank daher einen Goldpreis von 4.750 US-Dollar, ehe die Notierungen über 5.000 US-Dollar im zweiten Quartal 2027 bis auf 5.250 US-Dollar im Spätsommer 2027 vorstoßen dürften.

Kupfer: KI-Infrastruktur trifft auf chronische Minenflaute

Ebenso konstruktiv fällt das Urteil der Analysten für den Kupfermarkt aus, für den die Bank im Schlussquartal ein Preisniveau von 14.750 US-Dollar je Tonne avisiert, das bis zum dritten Quartal 2027 auf 15.250 US-Dollar klettern soll. Als primärer Nachfragetreiber etabliert sich neben der Elektrifizierung der weltweite Ausbau von Rechenzentren für Künstliche Intelligenz. Dieser zusätzliche Bedarf trifft auf eine Fördermenge, die nach einem Jahrzehnt chronischer Unterinvestitionen kaum Spielraum für Mengenausweitungen bietet.

Die weltweite Kupferminenproduktion ging im ersten Halbjahr 2026 den Experten zufolge um 1,1 Prozent zurück und steuert auf das erste Schrumpfungsjahr seit fast einem Jahrzehnt zu. Da die Vorlaufzeiten für neue Großprojekte langwierig sind, rechnet die Bank vor dem Jahr 2030 mit keiner nennenswerten Angebotsreaktion aus dem Bergbausektor. Das Zusammentreffen aus säkularem Nachfragewachstum im Tech-Sektor und struktureller Rohstoffknappheit verankert Industriemetalle damit als zweite tragende Säule einer marktweiten Neubewertung.

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