Ein kommerzieller Meilenstein mit enormer geopolitischer Strahlkraft: Tungsten West hat für seine Hemerdon-Wolfram- und Zinnmine in Devon (Großbritannien) einen wegweisenden, langfristigen Abnahmevertrag geschlossen. Der Partner ist Elmet Technologies, ein vertikal integrierter US-Hersteller von Wolframprodukten. Für Investoren ist das Signal eindeutig: Hemerdon rückt vom rein britischen Minenprojekt ins Zentrum einer transatlantischen, strategischen Lieferkette für kritische Rohstoffe.
Auf Basis aktueller Rohstoffpreise und Wechselkurse wird der indikative Wert dieses achtjährigen Vertrags auf beeindruckende 1,4 Milliarden Britische Pfund (ca. 1,8 Mrd. US-Dollar) beziffert.
Vom Bergwerk in die US-Industrie: Die neue Mine-to-Market-Lieferkette
Die Vereinbarung bindet das britische Wolfram direkt an die Verarbeitungs- und Fertigungsketten der USA und Großbritanniens an. Elmet Technologies wird jährlich 1.000 Tonnen enthaltenes WO₃ (Wolframtrioxid) abnehmen. Dieser Schritt erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem Wolfram für westliche Industriestaaten angesichts der massiven Dominanz Chinas strategisch so wertvoll ist wie selten zuvor. Der Rohstoff ist unverzichtbar für Sektoren, die von der Verteidigungsindustrie bis hin zu Technologien für saubere Energie reichen.
Dass diese Partnerschaft weit über ein gewöhnliches Handelsgeschäft hinausgeht, betonte auch Blair McDougall, der britische Minister für Reindustrialisierung. Die Vereinbarung unterstütze die bilaterale Zusammenarbeit zwischen den USA und Großbritannien im Bereich Bergbau und Verarbeitung, um kritischen Sektoren in beiden Ländern den Zugang zu essenziellen Mineralien zu sichern.
Staatliches Kapital trifft auf garantierte Abnahme
Der Deal mit Elmet Technologies steht nicht isoliert, sondern fügt sich in eine weitreichende, von der britischen Regierung flankierte Strategie ein:
- Der National Wealth Fund: Dieser staatliche britische Fonds hatte bereits im August 2026 eine Investitionszusage von bis zu 71 Millionen Pfund in Tungsten West in Aussicht gestellt.
- Staatliche Beschaffung: Zusätzlich laufen exklusive Verhandlungen, die es der britischen Regierung ermöglichen würden, bis zu 50 Prozent der jährlichen Wolframproduktion aus Hemerdon für eigene strategische Reserven und die britische Industrie zu sichern.
- Flexibilität im Elmet-Vertrag: Der neue Abnahmevertrag mit Elmet wurde so strukturiert, dass auf Anfrage von Tungsten West weitere 500 Tonnen WO₃ pro Jahr verarbeitet werden können, um exakt diesen strategischen Bedarf der britischen Regierung zu bedienen.
Tungsten-West-CEO Jeffery Court bezeichnete die Vereinbarung als entscheidenden Schritt, Hemerdon als relevante Wolframquelle für die westliche Welt zu positionieren. „Mit der nun laufenden Produktion, der Unterstützung der britischen Regierung und der langfristigen kommerziellen Vereinbarung mit Elmet bauen wir eine Mine-to-Market-Lieferkette auf, die den Bedarf an kritischen Mineralien der USA, Großbritanniens und ihrer Verbündeten unterstützen kann.“
Für Rohstoffinvestoren bedeutet dies: Die Hemerdon-Mine, die bereits in beiden Weltkriegen eine zentrale Rolle spielte, meldet sich auf der weltpolitischen Bühne zurück. Mit laufender Produktion, massiver staatlicher Unterstützung im Rücken und einem milliardenschweren, langfristigen Abnahmevertrag in die USA ist das Fundament für eine dauerhafte, strategische Wertschöpfung gelegt – und die Bedeutung kommerziell nutzbarer Wolframvorkommen außerhalb Chinas noch einmal unterstrichen.
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