Wenn das US-Verteidigungsministerium hunderte Millionen Dollar mobilisiert, um eine heimische Rohstoff-Lieferkette aus dem Boden zu stampfen, steht die nationale Sicherheit auf dem Spiel: Über die neu geschaffene Economic Defense Unit investiert das Pentagon 450 Millionen US-Dollar in die Elmet Group – mit weitreichenden Folgen unter anderem für die kanadische Blue Moon Metals.
150 Millionen US-Dollar nämlich fließen direkt in den Neustart des traditionsreichen Springer-Wolframkomplexes in Nevada, den Blue Moon kontrolliert. Inmitten der zunehmenden geopolitischen Konfrontation mit China, das den Weltmarkt für Wolfram nahezu lückenlos dominiert, markiert diese Transaktion ein monumentales De-Risking für den US-amerikanischen Minenentwickler.
150 Millionen Dollar für Springer: Neustart und Einstieg in die Weiterverarbeitung
Die zwischen Elmet, dem australischen Wolframproduzenten EQ Resources und Blue Moon Metals geschlossene Vereinbarung verschafft dem Springer-Projekt eine vollständig durchfinanzierte Startrampe. Das Paket gliedert sich in eine Vorauszahlungsfazilität für Wolframkonzentrat über 50 Millionen US-Dollar, eine direkte Eigenkapitalspritze von 25 Millionen US-Dollar sowie 75 Millionen US-Dollar, die Elmet in ein Verarbeitungs-Joint-Venture einbringt. Mit diesen Mitteln soll die bestehende Ammonium-Paratungstate-Anlage (APT) auf dem Springer-Gelände modernisiert und wieder in Betrieb genommen werden. Weitere 25 Millionen US-Dollar stehen als Reserve für eventuelle Zusatzaufwendungen bereit.
Für Blue Moon Metals bedeutet dieser Deal den Einstieg in eine margenstarke Wertschöpfungskette: Das Unternehmen bleibt alleiniger Eigentümer von Mine und Mahlanlage und sichert sich zusätzlich einen 20-prozentigen Anteil am künftigen APT-Betrieb. Analysten von Haywood Securities und Scotiabank werten die Struktur als maßgeblichen Validierungsschritt. Statt die hohen Vorab-Investitionskosten allein über den Kapitalmarkt stemmen zu müssen, profitiert Blue Moon von garantierter Abnahme, staatlicher Flankierung und gesicherter Weiterverarbeitung. Gemäß dem aktuellen Fahrplan soll die Erzförderung bis Ende 2027 anlaufen, gefolgt von der kommerziellen Inbetriebnahme der APT-Verarbeitungsanlage Mitte 2028.
Pentagon-Großvertrag spannt weltweites Schutznetz gegen Chinas Vormacht
Hinter dem massiven Geldfluss steht ein akuter industrieller Notstand. Wolfram zeichnet sich durch den höchsten Schmelzpunkt aller Metalle und extreme Härte aus. Elmet beliefert bereits heute Schlüsselprogramme der US-Rüstungsindustrie – darunter die Raketensysteme Patriot, Javelin und Trident II sowie moderne Atom-U-Boote. Flankiert wird der Minenneustart daher durch einen separaten, bis zu 2,0 Milliarden US-Dollar schweren Rahmenvertrag der Defense Logistics Agency mit Elmet Technologies. Dieser garantiert dem Konsortium langfristige Abnahmen für den Ausbau der nationalen Verteidigungsreserven (National Defense Stockpile) bis mindestens 2031, mit Option auf Verlängerung bis 2033.
Gleichzeitig baut Elmet mit der Sparte Elmet Refining and Trading eine multinationale Lieferkette auf, die westliche Minen wie Mt. Carbine in Australien und Barruecopardo in Spanien mit den US-Standorten in Maine, Michigan und Ohio vernetzt.
Wolframproduktion im UK angelaufen
Erst gestern meldete zudem die an der AIM notierte Tungsten West, dass die Wolfram-Produktion auf der Hemerdon-Mine im UK angelaufen sei. Hemerdon, eine der größten, bekannten Wolframlagerstätten weltweit, soll im ersten Quartal 2027 dann eine stabile Produktion von 332.000 Tonnen pro Jahr erreichen
Auch Tungsten West positioniert sich als Wolframanbieter außerhalb Chinas und dürfte bei Erreichen der Vollproduktion in dieser Hinsicht weltweit führend sein.
Ein weiterer Player, der in naher Zukunft an den Markt kommen will, ist die koreanische Pure Tungsten (Börsengang voraussichtlich Q4 2026 / Q1 2027). Pure Tungsten hat im Juni 2026 erfolgreich eine Kapitalbeschaffung in Höhe von über 22 Millionen kanadischen Dollar abgeschlossen, wodurch vor allem die Wiederaufnahme des Betriebs der Ssangjon-Mine in Südkorea finanziert wird sowie ein umfassendes Bohrprogramm in der hochgradigen Maykhura-Mine in Tadschikistan mit Unterstützung von SRK vorangetrieben wird.
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